Pick Your Battles: Yasmine M’Barek – Demokratie, Empathie, Angst, rechte Narrative
Shownotes
„Verstehen heißt nur, die Gründe nachzuvollziehen und zuzugestehen, dass es ein Warum gibt. Dieses Zugestehen, dass es ein Warum gibt, ist eigentlich ein zentrales Element für Demokraten und für Politiker.“ — Yasmine M’Barek
Yasmine M’Barek ist Journalistin, Autorin und politische Kommentatorin. Sie schreibt u.a. für DIE ZEIT, moderiert Podcasts wie „Apokalypse & Filterkaffee“ und „Ehrlich jetzt?“ und beschäftigt sich mit politischer Kultur, gesellschaftlichen Machtverhältnissen sowie öffentlichen Debatten - online wie offline.
In dieser Folge von „Pick Your Battles“ spricht sie mit Vorstand Jan Philipp Albrecht über Angst als politisches Gefühl, Empathie in der Demokratie, rechte Narrative und die Frage, warum Politik den Menschen wieder mehr zutrauen sollte. Themen sind u.a. die Sozialdemokratie, der Umgang mit der AfD, die Macht der Medien und die Frage, weshalb unsere Demokratie handlungsfähiger ist, als sie oft behauptet wird.
Als Autorin veröffentlichte Yasmine M’Barek u.a. „Radikale Kompromisse“, „Protest“ und zuletzt „I feel you – Über Empathie“.
Stichworte
(03:52) Angst
(10:05) Sozialdemokratie
(18:09) Nazi
(25:58) Empathie
(32:33) Demokratie
(39:47) Zahnarzt
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Über das Format
„Pick Your Battles“ ist das konstruktive Streitformat der Heinrich-Böll-Stiftung: Sechs Begriffe, jeweils sechs Minuten Diskussion – über politische Konflikte und gesellschaftliche Debatten.
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Weiterführende Links
Yasmine M’Barek: Protest. Über Wirksamkeit und Risiken des zivilen Ungehorsams
Yasmine M’Barek: I feel you – Über Empathie
SRF Sternstunde Philosophie: Sollten wir mehr Empathie wagen, Yasmine M’Barek?
Foto JPA: © Sibylle Fendt, Foto YMB: © IMAGO/Panama Pictures, Bearbeitung: hbs
Transkript anzeigen
00:00:00: Wie steht es um die Demokratie?
00:00:01: Ich glaube deutlich besser, als wir das immer frame und damit auch ein Angstgefühl auslösen.
00:00:05: Also wenn wir uns unsere europäischen Nachbarn mal anschauen geht es uns mit Blick auf Europa noch deutlich deutlich deutlich besser als den anderen.
00:00:14: Und das ist auch was man, glaube ich manchmal betonen muss.
00:00:16: Das heißt nicht dass Probleme nicht da sind, dass es keine Diskriminierung gibt, dasses soziale Ungleichheit gibt aber ich glaube es gibt deutlich mehr Handlungsspielraum den wir nicht als das Privileg erachten, den wir haben.
00:00:33: Hallo und herzlich willkommen bei Pick Your Battles, dem Streitformat der Heinrich-Böll-Stiftung.
00:00:38: Indem wir mit Gästinnen darüber sprechen was ist gibt es eigentlich so zu diskutieren, zu streiten, zu kritisieren?
00:00:46: in der Politik an den Parteien oder den Grünen vielleicht auch?
00:00:50: Und gerade in einer Zeit in der wir eben das Streiten wieder lernen müssen.
00:00:54: Mein Name ist Jan-Philipp Albrecht und ich moderiere das hier.
00:00:58: Und bin aber auch Vorstand der Heinrich-Böllschiftung, und das Konzept ist dass wir sechs Stichworte ziehen und miteinander diskutieren.
00:01:05: Heute zu Gast habe ich Jasmin Mbarak.
00:01:08: Herzlich willkommen!
00:01:09: Hi, freut mich sehr!
00:01:10: Jasmin is Journalistin, Autorin und politische Kommentatorin.
00:01:16: Sie schreibt unter anderem für die Zeit moderiert Podcasts, unter andermem Apokalypse und Filtercafé und ehrlich jetzt... wo sie Politikerinnen zu Gast hat.
00:01:26: Das ist auch interessant, heute hier mal sozusagen zu Gast im politischen Raum.
00:01:32: Jasmin Beik beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Fragen politischer Kultur, mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen und mit Veränderungen öffentlicher Debatten online und offline eine Diskussion die absolut wichtig ist dass wir Sie führen und als Autorin sind von ihr erschienen radikale Kompromisse warum wir uns für eine bessere Politik in der Mitte treffen müssen und Protest über Wirksamkeit und Risiken des zivilen Ungehorsams.
00:01:57: Und zuletzt im Jahr für ein gesellschaftliches Wiederentdecken der Empathie plädiert.
00:02:06: Frau Barrik, Sie analysieren mit Schärfe und mit einem klaren Blick gesellschaftliche Machtverhältnisse sozusagen das Ganze mit einem Gefühl für Popkultur und Zeitgeist.
00:02:19: Insofern freue ich mich sehr, dass wir gemeinsam sprechen können vielleicht nicht nur über Politik und Parteien und die Grünen sondern auch über die Frage der Menschen, die damit zu tun haben und vielleicht auch der Journalistin, die da mitzutun haben.
00:02:34: Wie geht es ihnen eigentlich damit wenn sie Politikerinnen heute anschauen und schauen wie hören Menschen denen eigentlich zu?
00:02:45: oder Wir versuchen die Menschen zu erreichen.
00:02:48: Haben sie das Gefühl, dass funktioniert?
00:02:50: Nicht unbedingt.
00:02:51: Und das ist auch der Anfangspunkt meiner politischen Arbeit gewesen, also im Journalismus, dass ich mich gefragt habe wie es eigentlich Politikern geht?
00:02:57: Das hat damals angefangen mit der Krisenphase von Andy Scheuer und der Frage was das eigentlich mit Menschen und Politikern macht wenn es solche Krisen gibt und Fehler passieren und das ist bis heute so geblieben durch das Gefühl habt viele Debatten lösen sich auf oder werden zugänglicher wenn man auf die menschliche Ebene kommt auch mit den Akteuren und dazu gehören ja Politiker auch und dementsprechend natürlich deutlich verfahrender als noch vor fünf oder sechs Jahren, weil es einfach viel mehr Themen gibt die auf der Tagesagenda stehen und nicht on the long run sind.
00:03:29: Und das erzählt glaube ich auch an Politikern und das finde ich immer ein sehr interessantes Verhältnis zu beobachten wenn man da viele Antworten findet
00:03:35: Absolut.
00:03:36: Gut, dass wir vielleicht für den Long Run die ein oder anderen Stichworte heute hier ziehen über, die wir mal in dem Zusammenhang reden.
00:03:43: Sechs wollen wir ziehen mehrere haben Sie mitgebracht.
00:03:46: ich ziehe jetzt mal hier kurz eins raus und das erste Stichwort über das wir gemeinsam reden ist das Thema Angst Und ich stelle jetzt mal die Uhr.
00:03:55: Wir haben sechs Minuten, finde ich ehrlich gesagt auch ein Thema über das man natürlich viel länger reden müsste.
00:04:02: Ein sehr grundlegendes und wahrscheinlich sogar das dominierendste Thema wenn es darum geht wie schafft das Politik heute eigentlich noch Menschen zu erreichen oder?
00:04:09: Ja und vor allen Dingen ist Angst in der... Also es gibt so viele Dimensionen von Angst auf privater und öffentlicher Ebene dass man oft vergisst dass es eigentlich die Ursache ist für Wenn Menschen zum Beispiel nicht zuhören wollen oder wenn Menschen sich abwenden und man nicht nur große Themen insozialisieren kann und sagen kann, die Menschen haben Angst vor Migration.
00:04:28: Die Menschen haben angst vor dass sie ihre Jobs verlieren.
00:04:32: also diese Generalisierung funktioniert oft nicht so gut weil sie so floskelhaft wirken.
00:04:37: und ich glaube Angst als Begriff das habe ich auch mit reingegeben ist oft Daher gesagt, um selber moralisch gut dazustehen.
00:04:47: Weil man erkannt hat, dass die Menschen Angst haben und das ist zwar eine nette Analyse am Anfang aber ich glaube es braucht dann so einen tiefergehenden Schritt danach.
00:04:53: Es ist ja häufig so, dass man dann gesagt hat ihr Angst heißt wenn die Menschen angst haben dann darf man ihnen nicht zumuten Dann muss man aufpassen an der Bahnsteigkante dann sollte man am besten nur noch auf irgendwie Sicherheit setzen den Leuten irgendwie mehr Geld in die Hand geben oder sowas auch immer.
00:05:10: So ein bisschen hat sich ja gezeigt, dass das eigentlich nicht funktioniert Zumal es möglicherweise mit dazu beigetragen hat diese Vorgehensweise, dass also Populistinnen die Angst ausnutzen damit total gewonnen haben.
00:05:25: Was ist denn oder was wäre dann für die politischen Kräfte in diesem Land?
00:05:30: Oder auch generell in der Welt eigentlich die richtige Herangehensweisen des Thema Angst zu adressieren ohne es?
00:05:37: in diese Dynamik ableiten zu lassen.
00:05:38: Das, was
00:05:39: Sie gerade gesagt haben am Anfang, dass man daraus eben nicht ableitet, dass wir den Leuten nichts zutrauen können weil Angst bedeutet ja vor allem das die Leute im Alltag dauernd damit konfrontiert sind, dass sie trotz ihrer Ängste agieren und funktionieren müssen und das gilt hier auch fürs politische Leben um die Teilhabe, weil wir bestimmte Probleme bewältigen müssen und dazu gehört, zutrauen muss, weil es sonst keine Veränderung geben wird.
00:06:01: Weil man sonst dann ganz schnell in diese Rhetorik kommt dass die Politik als Staat das hat schon fast so was planwirtschaftlich ist wenn XY eintritt dann kann die Politik das und das retten.
00:06:11: ich finde auch dieses Beispiel von der Militastromausfall und die Angst wie oft das passieren kann und dann sind gerade Liberale gewesen oder Christian Lindner wo man sich fühlt jetzt okay das sind die ersten sie den Start anschreien Probleme gibt und die dann sofort aus ihrer Angst geholt werden wollen mit einer Lösung von der Politik.
00:06:26: Und ich glaube diese Selbstverständlichkeit muss man abtrainieren, weil das kann Politik in dieser Form gar nicht leisten.
00:06:32: So eine Konsumhaltung
00:06:33: so nach dem Motto Liefer mir bitte jetzt die richtige Antwort auf meinem Problem.
00:06:39: Genau, also dass man sich sofort daran wendet und auch gerade bei der Frage der Krise im Blick auf die Straße von Hormuz das Gefühl hat, ah ja, der Staat muss jetzt schnell den Tankrabatt geben und dann eine Subvention und das muss beim Verbraucher ankommen.
00:06:52: Nächstes ist eine Lebensrealität und die Frage ist, wie man das kommuniziert?
00:06:54: Und ob präventive Politik oder der Ansatz außenpolitisch zu ergehen dafür sorgt, dass wir in fünf Monaten eventuell überhaupt nicht mehr darüber sprechen müssen.
00:07:02: Das wird nicht mehr kommuniziert weil es nicht sexy ist.
00:07:04: Es ist für anstehende Wahlen nicht gut.
00:07:07: Es ist ein Versprechen, dass man nicht direkt einlösen kann und auch nicht weiß ob es genau so kommt.
00:07:11: Und das stört aber auch wieder Angst die man dann wieder mit anderen Sachen beantworten muss und Themen ablenken muss.
00:07:16: Dann sagen wir, ach ja komm vielleicht sind's doch gerade die Migranten oder sonstige Themen?
00:07:21: Das ist dann auch wieder eine Form von Nicht-Zutrauen weil die Leute sind ja nicht doof und sie sind hoch informiert aus verschiedensten Quellen.
00:07:29: Die wissen was los ist und ich glaube dann kann man auch rationaler Dinge erklären.
00:07:35: Gefühl in gewisser Form, dass man merkt okay da gibt es Probleme.
00:07:40: Da ist was im Gange und ein Teil der Reaktion ist ja dann möglicherweise nicht nur die Komplexität darstellen oder zu sagen wir machen da sozusagen sehr theoretische Pläne jetzt sondern vielleicht auch erst mal anzuerkennen das Angst ein Gefühl ist, dass irgendwie auch wertvoll ist selbst wenn's vielleicht sehr simpel dann manchmal ist ich habe Angst meine Stelle zu verlieren oder dass sich mir bestimmte Sachen nicht mehr leisten kann.
00:08:05: spielt das auch eine Rolle und sollte Politik da mehr Kompetenzen aufbauen?
00:08:10: Ja, und auf der anderen Seite gleichzeitig auch nicht so tun.
00:08:12: Das hätten alle die ganze Zeit Angst und so einen tiefen psychologischen Analyse starten weil es steht vor Klimakrise.
00:08:20: Es gibt manche, die haben keine Angst davor Die würden das nicht leugnen aber es interessiert sich irgendwie nicht Und das ist nicht primär in ihren Köpfen das Thema.
00:08:27: Deswegen haben sie auch kein akutes Angstgefühl.
00:08:29: und das zu attestieren immer dass alle Menschen, die davon wissen angst davor haben.
00:08:34: Das kann man so sehen, aber das stimmt vielleicht an manchen Stellen auch einfach nicht.
00:08:37: Weil Leute im Hier und Jetzt leben weil sie kein Interesse daran haben darüber nachzudenken was zu fünfzehn Jahren ist... Auch nicht ein Restaurant, was mit den Kindern ist.
00:08:44: Weil sie hier und jetzt leben.
00:08:46: Das kann auch eine Form von Umgehung von Angst sein aber das spricht ja trotzdem sehr viel, dass die Leute aus Angst agieren und denken wie sie es tun.
00:08:53: Es geht auf wie viele andere Themen.
00:08:54: Nicht alle Menschen sind dauernd Angst erfüllt.
00:08:57: Und das ist dann auch wieder ne zu einfache Antwort, das so zu verstehen und dann zu sagen... Die allein erziehende Mutter, die Angst hat vor dem finanziellen Ruin weil das Bürgergeld dargesunken ist und sie eigentlich.
00:09:08: aber also zuviel Aber-Aber sondern Du kannst die politische Problemstelle lösen, indem du dafür sorgst, dass man in so eine Situation nicht reinkommen kann.
00:09:16: Ohne das die ganze Zeit zu attestieren.
00:09:18: Alle armen Menschen haben diese Ängste.
00:09:23: Die Klimakrise ernst nehmen haben Angst davor.
00:09:26: Ich finde ... Ja, viele Social-Debatte wahrscheinlich jetzt in achtundzwanzig Sekunden nicht mehr zu Ende kriegen.
00:09:32: Das stimmt!
00:09:32: Aber was ich mitnehme ist sozusagen der differenzierte und souveräne Umgang mit Angst bei den Menschen seitens der Politik denen stärker auszuprägen.
00:09:41: Das war nämlich einen wichtigen Punkt und wir schauen mal was noch so drin ist.
00:09:45: in unserer Stichwort-Sammlung haben wir ein interessantes Thema, das Sie mitgebracht haben und jetzt weiß ich noch kurz bis die Uhr.
00:09:56: Die letzten zwei Sekunden können wir
00:09:57: hier?
00:09:58: Wir haben zwölf Sekunden verschwendet.
00:10:01: Jetzt
00:10:01: können wir auch in Zweifel mal überziehen.
00:10:03: ist es nicht so schlimm.
00:10:06: Sozialldemokratie Stichwort Toleranz.
00:10:09: also die Sozialdemokratien haben sie mitgebracht als Stichworte.
00:10:13: Das finde ich total interessant weil dahinter verbirgt sich natürlich einerseits eine Partei in Deutschland Europa der Welt, aber eben vor allen Dingen die SPD in Deutschland.
00:10:22: Die mit diesem Wort verknüpft werden.
00:10:24: Aber andererseits verbirgt sich dahinter natürlich auch eine politische Grundidee in diesem Land.
00:10:31: und beeindruckend ist ja zu sehen dass ganz viele Menschen das Gefühl haben, dass die Partei und die Grundideen vielleicht gar nicht mehr so viel miteinander zu tun haben oder dass da ein Feld sogar eher frei geworden ist Am Ende sogar rechtsextreme Parteien reingehen.
00:10:46: Wie kann das eigentlich sein, wie ist es dazu gekommen?
00:10:49: Naja, weil wir... und da könnte man jetzt alle Intervenzparteien mit reinnehmen.
00:10:53: Diese Zugehörigkeit einzelner Themen die wir Parteien zuschreiben und dann sagen das ist deren Kernkompetenz darüber hinaus müssen sie kompromissfähig sein mit den anderen die das können diese Sozialdemokratie ein bisschen zerfressen hat weil sie ja offensichtlich in der Lage ist sowohl alleine zu regieren in Koalitions zu regiern und dieses Gefühl von der Arbeiterpartei die auch schon an Listen immer so gern groß noch aufschreiben so die kaputte Arbeiter-Partei keine Arbeiterpartei mehr hat, auch damit zu tun dass es den Begriff des Arbeiters in der Form nicht mehr gibt.
00:11:23: Deswegen finde ich diesen Begriff gerade so interessant.
00:11:26: und die Frage wie wir es schaffen das vielleicht neu zu definieren weil das für mich eine grundlegende Wichtigkeit hat mit Blick auf grüne Politik oder generelle soziale Politik die ja auch ein Teil der CSU unter anderem ist also der Blick auf den Menschen wie man das eigentlich neu definiert um Zugänge zu finden.
00:11:47: Da ist dieses Kleinkarrierte so, die SPD macht Bürgergeld.
00:11:52: Die SPD macht vielleicht mal Miete und dann aber doch nicht.
00:11:56: Und dann noch ... Ja was macht sie eigentlich?
00:11:59: Und diesen losen Faden beschäftigen ich gerade sehr.
00:12:02: Deswegen habe ich den Begriff benannt weil ich glaube dass bevor diese Frage nicht beantwortet ist wir in so sehr verkannte Verhältnisse kommen die wir auch schon aus Frankreich oder Italien kennen wo man nicht mehr so agil ist, in diesem Parteien-System sich anzupassen und so grundsätzliche Leidlingen jetzt zu finden.
00:12:20: Ja was mich vor allen Dingen jetzt dabei berührt ist dieser Gedanke das es natürlich um die Frage geht wie kommen die Ansätze sozialdemokratischer Politik eigentlich wieder zu den Leuten auch in die Politik?
00:12:33: Und dass das deutlich über einzelne Parteien hinausgeht?
00:12:37: Das geht letztendlich ja um den Gedanken, dass wir eine von Bürgerinnen getragenen Republik sind, die eben ihre Rolle auch als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sehr stark identifizieren.
00:12:52: Die das Gefühl haben Mitbestimmung sowohl im Betrieb als auch in der Gesellschaft ist ein wichtiger Faktor und dass nicht nach dem Motto geht was dann heute doch sehr eilgegenwärtig ist, dass jeder seines Lückes eigener Schmied ist sozusagen sondern es eine gesellschaftliche Befähigung sozialen Aufstieg und eine soziale Teilhabe geben muss.
00:13:16: Diese Gedanken, wenn ich darüber nachdenke so verknüpfig ganz stark sozusagen mit der Gründung der Sozialdemokratisch-Partei in Deutschland und der Zeit auch in der Weimarer Republik wo viele große Parteitage und sozusagen grundlegende Rechte der Arbeitnehmer schafft erstritten wurden.
00:13:34: Und ich habe das Gefühl, als jemand der sich eben politisch auch mit der Frage der Entwicklung in den letzten zwanzig-dreißig Jahren, Globalisierung und Digitalisierung usw.
00:13:42: auseinandergesetzt hat, dass diese Transformation nicht so richtig nachvollzogen wurde.
00:13:46: also was sind die globalen Herausforderungen für die Arbeitnehmerschaft heute?
00:13:50: Wir haben einfach globale Märkte und trotzdem sind dieses Thema so extrem national sozusagen ja KI künstliche Intelligenz wir haben völlig veränderte Arbeitswelt Die Leute sind auch in anderen Arbeitsrealitäten im Alltag.
00:14:04: Wie kommen wir denn dahin, dass diese großen Fragen irgendwo bearbeitet werden auch in den politischen Parteien?
00:14:11: Ich halte ja unsere Demokratie noch für sehr gesund, auch weil man bei einer Umfrage aktuell vom ZDF das die stärkste Kraft der Erstmars ist in einem ZDf-Umfrage denken kann okay es geht bergab.
00:14:22: aber dieses Gefühl von wir haben noch eine Mehrheit an Demokraten.
00:14:26: Ist etwas was dann auch bestärkt werden muss und dann auch direkte Auswirkungen auf die Politik hat.
00:14:31: ich werfe einen Hottag rein.
00:14:33: Das heißt nicht nämlich dass sie grün abgeschafft hören.
00:14:37: vielleicht genau dieser Moment von dem Sie gerade gesprochen haben vor zwanzig dreiß Jahren, wo sich das so zersplittert hat in so einzelne Zugehörigkeiten.
00:14:43: Also Klima die Linken im starken Blick auf Sozialpolitik und Miete und dann die SPD mit diesem Kompromiss behafteten.
00:14:51: wir müssen die Arbeiter irgendwie mitnehmen aber müssen auch den anderen klarkommen.
00:14:53: diese Aufteilung die passiert ist ob es vielleicht besser gewesen wäre die Grünen wären ein Teil der SPD gewesen oder dieses Aufsplittern wie sehr das eigentlich geholfen ist in der Sache weil Wenn wir inhaltlich schauen, ist das was die Grünen und die SPD machen eigentlich etwas was gemeinsam gedacht werden muss an vielen Stellen.
00:15:10: ... um eine Form von Entwicklung festzulegen.
00:15:13: Absolut, um das vielleicht gleich noch zu antworten... Eine Entwicklung ist ja dass wir nicht nur in der Globalisierung und Digitalisierung erleben sondern eben auch tatsächlich auch ne Individualisierung.
00:15:21: Ne Vielfältigkeit der Gesellschaft, die ist viel vielfältiger als früher.
00:15:26: In allen Gesellschaften der Welt ist diese Entwicklung im Gange Und das heißt also so'ne alte Vorstellung von zwei Parteien, die sozusagen links-und rechts abbilden Die ist ja nicht mehr zeitgemäß.
00:15:37: Insofern war das ja eine Entwicklung, die insofern die gesellschaftlichen realitäten abgebildet hat, dass wir uns in verschiedene Teile auch ein Stück weit aufgeteilt haben.
00:15:45: Und die Frage ist wie kommt man das?
00:15:47: Wie kommt man trotzdem zu einer Synergie von Politik und Bündnissen in Zeiten von sehr starker Vielfalt und unterschiedlicher Milieus und Gruppen?
00:15:57: Ja, weil diese Aufschwitterung hat ja Trautherstichwort Angst.
00:16:00: Ich weiß nicht, dass wir das auch zu Ende machen.
00:16:03: Traut her genau den Leuten nicht zu diesen Feldern jeweils zusammenzudenken.
00:16:06: also wenn man über Wirtschaftskompetenz, über Blick auf Ökologie, umwelt schaut und soziale Themen es ist ja jedem Menschen klar, das kann man selbst mir nicht in der CDU sagen, dass es zusammenhängt und deswegen eine Kompromissgebereitschaft braucht.
00:16:20: Ist uns sofort gar keine Parteipolitischen oder links-rechts Auseinandersetzung sondern sehr komplexe Fragen die gemeinsam beantwortet werden müssen?
00:16:26: Also das Gemeinsame, die Kooperationen wieder in den Vordergrund zu stellen.
00:16:30: Ja und vor allen Dingen also ich habe... Also nochmal es geht nicht darum, dass die Grünen nicht da sein sollten aber ich frage mich was passiert wäre?
00:16:37: Wäre das ein Teil von auch einer sozialdemokratischen Idee gewesen denn auch die Sozialpolitik der Grünen gerade zu Beginn hatten ja einen total sozial demokratischen linken Ansatz Und ob das dazu geführt hätte, dass wir eben diese politischen Themen nicht politisch auch färben und in Richtungen ein... also wenn wir die Grünen wählen, dann kriegen wir Klima.
00:16:55: Wenn wir die SPD wählen bekommen wir keinen Klima oder die Linken wählen was kriegen wir da eigentlich aktuell noch?
00:16:59: Wie man aus diesem Schlamassel rauskommt das ist sozusagen die große Aufgabe und deswegen dieser Begriff.
00:17:04: vielleicht weil dass all das zusammen denkt, dass es da eine politische Antwort geben muss und die fehlt gerade und ich glaube das ist auch das was die SPD step by step zerfrüßt.
00:17:14: ja weil man gar nichts mit ihr assoziiert außer Sie schafft es der CDU manchmal, so ein bisschen Butter aufs Brot zu spielen, wo sie sozial draufsteht.
00:17:22: Und dann ist das auch wieder okay und vorbei weil mehr kriegt man nicht hin und ich halte das für sehr... Gefährlich, weil sich daraus eben auch sehr viele rechte Narrative bilden.
00:17:32: Und ich weiß nicht wie es hingeht, aber ich kenne auch einige Abgeordnete aus der SPD die eine Müdigkeit haben, weil sie im Prinzip ähnlich klimabewusst denken und denken das gehört alles zusammen und dann irgendwie vielleicht auf ihre eigene Führung gucken und denken okay wie sollen wir das jemals irgendwie vermittelt bekommen?
00:17:48: Das finde ich eine sehr interessante Frage ob sich das noch löst
00:17:51: Und die werden wir weiter diskutieren müssen in diesem Land.
00:17:53: Sicherlich auch mit der Frage, gibt es so neue Erzählungen der progressiven Parteien?
00:18:00: Die Frage stellt sich ja überall.
00:18:02: Wir ziehen mal wieder eine weitere Karte raus und nehmen uns zusätzliche sechs Minuten.
00:18:10: Das Stichwort ist Nazi!
00:18:14: Da frage ich einfach mal was hat sich dabei gedacht?
00:18:17: Ich habe direkt eine Gegenfrage.
00:18:18: Was verstehen Sie unter dem Begriff?
00:18:21: ist für mich zunächst einmal tatsächlich die Nationalsozialisten.
00:18:28: Aber also die Nazis des Nationalsozialismus, aber natürlich muss man ja sagen ... Die Nationalsocialisten waren keine Aliens, sondern das waren Menschen, die hier gelebt haben.
00:18:45: Das waren Teile unserer Familien und das waren wir!
00:18:50: um es mal so zu sagen.
00:18:52: Es war Teil der Menschheit, das waren Menschen.
00:18:54: und insofern ist eine ganz entscheidende Lehre ja aus dem nie wieder nicht so nach dem Motto nie wieder soll die Leute zulassen sondern festzustellen nie wieder sollten Menschen so sein.
00:19:07: Und insoferen ist daraus natürlich diese Formulierung geworden wie ein bisschen salopp ist sozusagen jemand ist eben auch Nazi in bestimmten Situationen oder mit bestimmten Weltanschauungen.
00:19:24: Und leider muss man natürlich sagen, dass das immer die Gefahr birgt, dass sowas nicht nur jetzt inflationär sondern eben auch vielleicht nicht ganz treffsicher verwendet wird und man sollte sich da vielleicht ab und zu Gedanken drüber machen.
00:19:38: Trotzdem muss man ja dazu sagen, Dass das Gedankengut über das wir reden hier auch jetzt gerade nicht abwesend
00:19:42: ist.
00:19:43: Nee es ist überhaupt nicht abwestend!
00:19:44: Ich habe den Begriff mal so... für verschiedene Begriffe dieser Art, also dieses so wie schnell wir Leute als Faschus zum Beispiel bezeichnen und sagen in der CDU sind super viele Faschos oder so.
00:19:54: Also Debatten wie schnell wird zu diesem Begriff kommen?
00:19:57: Und das dann abklären und diese Menschen sozusagen entfernt der Demokratie sehen und
00:20:03: delegitimieren.
00:20:04: Ja und es geht nicht darum dass man Gedanken gut dieser Art toleriert sondern definiert welches Gedanke ist eigentlich genau?
00:20:11: Und wie sehr verläuft die Trendlinie so, dass dann sowas wie sechszehntig Prozent AfD auf einmal möglich ist?
00:20:19: Ich finde eine Definition von Hannah Arendt super hilfreich.
00:20:22: Die wird wohl immer aktuell bleiben weil sie über das Böse in einer Vorlesung gesprochen hat und dann definiert von der entwurzelten Person und der verwurzelte Person.
00:20:32: Und ich finde diese Definition in der Frage wer wirklich ein Nazi is'.
00:20:37: Super interessant.
00:20:38: Und ich finde, da kann man selbst in der AfD-Abstufung machen was nicht entschuldigt dass das Menschen sind die eine Partei mit tragen, wo jemand wo Höcke stattfindet, wo man Zitat daraus umkann, die mehr als verfassungsfeindlich sind.
00:20:54: aber wie wir es schaffen wenn wir auch über diesen Begriff Zurückholen sprechen weil diese sechsten zwanzig Prozent offensichtlich zu viel sind die Mehrheiten verändern können.
00:21:05: Also wie schaffen wir jetzt eine gesunde Balance herzustellen, damit es eben keine Mehrheiten geben kann auf dieser Seite?
00:21:11: und ich finde dass diese schnellen Abfertigungen etwas sind was ich verstehe aus Angst Ich kann das auch privat machen, was für ein Fascho also diesen?
00:21:19: oder was für Nazi weil man auch so eine Wut und so eine Handlungsunfähigkeit manchmal verspürt.
00:21:25: aber gerade in der Frage von wer ist eigentlich rübergegangen in dieses Gedankengut?
00:21:30: Welcher Mensch wählt eigentlich die AfD?
00:21:32: Diese Fragen müssen wir beantworten ohne eine moralische Überlegenheit, die wir uns zu schreiben um das wieder umzukehren.
00:21:37: Und ich glaube natürlich vor Sozialdemokratie da sind wir wieder genau bei dem Moment was holt welche Menschen wann ab?
00:21:44: und sind sie dann um auf Arendt zukommen final?
00:21:47: Sind Sie noch verwurzelt also sind Sie noch in der Lage zu reflektieren zu sprechen und sich auf Diskussionen einzulassen oder stellen Sie eigenes Wohl über das der anderen Leute und haben keine Reflexionsvermögen?
00:21:59: Das finde ich.
00:22:00: in der Frage ist es für mich die Schlüsseldefinition und finde auch, dass das öfter in der Politik stattfinden kann.
00:22:06: Weil zwischen... Die haben alle nur aus Protest gewählt und das sind alles Fahrschusses einfach so ein... Da ist einfach so ein großer Pool, der glaube ich unser größtes Problem aktuell ist.
00:22:17: Genau und das ist auch eine total wichtige Übung jetzt sich da wirklich nochmal wieder rein zu begeben und ein Stück weit auszuloten wo verläuft eben diese Linie zwischen?
00:22:28: Ich gehe da jetzt rein ins Gespräch oder ich ziehe hier eine klare Linie und sage die gehören eigentlich verboten.
00:22:38: Ich denke, dass alle viele sich da wirklich gerade sehr viel getragen drüber machen.
00:22:43: Weil sie sehen wieviel Menschen da plötzlich dabei sind und weil sie auch selber Momente erleben in denen eben sie solche Leute kennenlernen und dann plötzlich mit sich mit den unterhalten drei Minuten später sagen die auch du bist ja doch ganz nett.
00:22:54: vielleicht will ich doch die grünen so nach dem Motto also das geht schneller als man denkt weil es eben nicht so eine verfestigte Weltbildfrage ist die da häufig dahinter ist sondern einfach ein Problem unserer Zeit der politischen Diskussion.
00:23:07: Was aber ich auch noch sagen würde, wo ich vielleicht eine Frage habe ist dieses... dass man ganz schnell Leute heute so exkommuniziert oder so, liegt ja vielleicht auch daran.
00:23:17: Dass wir plötzlich eben so ganz viel in so Bubbles gerade in Social Media irgendwie sind wo man sich einig ist das bestimmte Sachen gar nicht mehr gehen oder so wo andere Milieus tagtäglich noch locker mit umgehen sich so mit irgendwelchen Worten beschreiben die wir heute als nicht mehr PC erachten.
00:23:33: und also ist da nicht auch irgendwo was drin wo es gar nicht so um eine spezifische Nazi geht sondern um dieses wie verstehen wir uns überhaupt noch?
00:23:42: Das ist eine Sehnsucht, die ich nachvollziehen kann.
00:23:44: Viele Menschen versuchen einfach, die beste moralische Art zu haben, die geht.
00:23:48: Sie wollen gute Menschen sein, sie wollen zwischen gut und böse unterscheiden können.
00:23:52: Und die Frage ist halt, wer das definiert?
00:23:54: Wer diese Deutungsarbeit hat, diese Debatte anzuschieben.
00:23:56: Und das finde ich im Journalisten eine sehr interessante Frage auch wenn wir darüber sprechen mit wen wir sprechen.
00:24:01: Also muss sich als Journalist mit Nazis sprechen... reine Definition, wie wir es eben westgelegt haben.
00:24:08: Ich würde einen Unterschied machen zwischen Alice Weidel und einem klassischen stereotypischen Rechtenwähler aus dem Osten.
00:24:15: Zwischendehen würde ich einen großen Unterschied machen weil es trotzdem meine Aufgabe ist das zu verstehen weshalb das passiert ist, weil die Konsequenzen sind ja für andere Menschen keinen Schutz haben, die keine nicht sich mit Kommunikation und aufeinander zugehen irgendwie darauf vorbereiten können.
00:24:31: Zum Beispiel schwarze Menschen in Dörfern, wo vielleicht auch... Die AfD will dann noch der dritte Weg, da ein bisschen NPD was alles dazukommt.
00:24:41: Genau das sind ja Menschen die direkt davon betroffen sind wie wir unsere Debatten führen und ich finde es ist auch eine Verantwortungsfrage Wie sehr man sowas entschärft?
00:24:50: Deswegen ist für mich auch die Sprechen mit Alice Weidel, welche Bubble ist das?
00:24:54: Das ist nämlich die Bubble die selber genau weiß was sie tut und eine sehr klare Ideologie hat Und mir auch die Antwort darauf liefert dass das niemals weg sein wird.
00:25:02: Also es wird immer Menschen geben dass es in die Logien demokratienmenschenfeindlich sein werden.
00:25:09: Das darf man auch nicht kleinreden, das wird nicht weggehen aber... dieser Pool dazwischen, der sich davon schnell populistisch überzeugen lässt.
00:25:16: Das ist die Masse, die entscheidet wie sicher sich auch andere Menschen oder magnetisierte Menschen fühlen und deswegen stichwort Bubbles.
00:25:21: ich bin immer dafür aus jeder Bubble um die Frage jetzt zu beantworten rauszugehen wenn man es kann.
00:25:26: also das ist eine Frage von Kapazitäten aber
00:25:28: die können tragende Verantwortung das höre ich da raus dass eben auch zu versuchen und das teile ich und auch die Feststellung dass nur weil ich aus einer Bubble rausgehe und also mit jemand anders ins Gespräch gehe heißt ist ja noch nicht, dass ich meine Werte aufgebe.
00:25:43: Ja und das die Bubble auch keine Zeit verschwenden soll sei damit die ganze Zeit zu überlegen ob man jetzt die Bubble verraten hat?
00:25:49: Es ist auch wieder Zeit offen!
00:25:50: Wir haben gar nicht so viel Zeit.
00:25:51: Das ist sehr existenziell
00:25:53: die Lage und damit erziehen wir nochmal ein weiteres Stichwort für uns hier und zwar Empathie was wirklich ihr Thema ist und auch viel darüber geschrieben und ich habe es auch hier schon selber häufiger mathematisiert, weil Empathie tatsächlich so eine Kategorie ist die in der Politik eine ganze Weile lang nicht wirklich eine große Rolle gespielt hat um ehrlich zu sein.
00:26:17: Und heute war plötzlich schon jetzt gerade aktuell dann doch schon plötzlich viel eine Rolle spielt.
00:26:22: oder habe ich das nämlich noch falsch wahr?
00:26:25: Ich glaube dass der Empathienbegriff immer da war aber eher zum eigenen Zweck und dass Leute dem Begriff überhaupt nicht verstehen.
00:26:31: oder wenn das so reingeworfen wird das direkt so ne...ich bin voll die gute Person.
00:26:35: ich hab Empathia gesagt Ja, okay.
00:26:37: Aber was kommt denn danach?
00:26:38: Du hast gesagt du musst empathischer sein!
00:26:41: Was meinst du denn eigentlich damit?
00:26:43: Das ist für mich auch so diese Hardcore Obama-Idee.
00:26:46: Die jungen Leute müssen empathisch sein mit den Alten und dann wird alles gut und wir müssen einander verstehen, was bedeutet verstehen.
00:26:54: Empathie hat immer direkt diese Aufladung von... dass man jede Menschen so gutwillig begegnet.
00:27:00: Und das ist gar nicht Teil des Begriffs direkt und deswegen, ich glaube, ist der Begriff... Dass wir eher wohl wollen?
00:27:06: Ja, es ist voll und deswegen ist der Beruf, glaub ich, inflationär verwendet worden, dass er dann eine Zeit lang wieder weg war weil man meinte okay, wenn wir einfach ein paar Tischschreien sagt keiner Hurra!
00:27:14: Und jetzt ist es mehr denn je da, weil wir, glaube ich auch durch sehr viele digitale Lebensrealitäten die wir jetzt sehr krass verfolgen können, dass der Krieg angemessene Ukraine isstes Leben in Gaza, in Libanon.
00:27:25: also Das kann
00:27:27: nicht eines übrig als empathischer Daruf einzugehen, weil wir es stärker sehen und wahrnehmen.
00:27:35: Es wird zwangsläufig gefordert – ich sehe jemanden, der vielleicht verhungert auf meinem Screen oder in den Schusswunder hat.
00:27:41: Ich kann das alles live verfolgen und das ist ja etwas, was dann auch natürlich passiert, dass man sich solidarisiert oder dass es eine emotionale Reaktion gibt erst mal.
00:27:49: Und das resultiert einfach oft in Empathie!
00:27:53: Und um jetzt nochmal auf die Politik zurückzukommen, das hat es also immer so gegeben.
00:27:59: Aber was ist möglicherweise jetzt vielleicht die Frage an die Politik wenn es um Empathie geht?
00:28:06: Oder wo ist sie jetzt besonders angebracht?
00:28:08: in welcher Formen?
00:28:10: Die hatte ihren Ursprung unter anderem auch aus der englischen Arbeiterklasse, indem es uns soll der Regierung gab unter den Arbeitern weil sich die Situation von den anderen... mit denen sie gearbeitet haben verstanden haben und daraus auch folgte, dass man eben emotional anders mit den Menschen umgeht.
00:28:26: Und das ist genau der Kern, der auch in der Politik gut funktioniert.
00:28:29: Dass man für jede Position Verständnis aufbringt, ob es nicht sofort emotional kapitalisiert und verwendet.
00:28:36: Friedrich Merz muss nicht alles verstehen und dann sofort emotional weitergeben sondern es gibt verschiedene Formen der Empathie.
00:28:41: Das springt wahrscheinlich ein bisschen ran aber... Es gibt die kognitive EmpathIE.
00:28:45: Das ist eine rationale Empathie, da geht es rein um das nachvollziehen weil es halb etwas passiert ist.
00:28:50: Ich kann nachvollzielen warum jemand in einer Kriegssituation geschossen hat.
00:28:55: ich kann nach vollziehen warum jemand früher SPD und dann AfD gewählt hat aber ich somit sehe mich nicht damit und verstehen heißt nur den die Gründen nachvollziehen und zugestehen, dass es einen warum gibt.
00:29:07: Und das Zugestehen ist eigentlich ein zentrales Element für Demokraten und für Politiker – und das passiert ja nicht in den Logiken von «Ah wir leben alle vier Jahre Wahlkampf» und «Wir müssen uns selbst positionieren».
00:29:19: Das ist natürlich sehr schwierig!
00:29:20: Dass Friedrich Merz sagt «Ja immer gut, die Bärbel-Bassi kann ich jetzt total nachvollzieh'», oder dass Lars Gingmar irgendwie sagt, dass er alles Weile nachvollzieht?
00:29:28: Würden Sie sich das wünschen, dass Politiker das untereinander parteiübergreifende Stärke tun?
00:29:33: Ja, weil sie sich selber zermürben auf eine Art.
00:29:37: Also man hat ja immer so einen Verschleiß bei Politikern, den man merkt, weil man weiß dass die viele Menschen mitbekommen und ich will eine Politikerin immer zugestehen, dass sie tatsächlich eine sehr große Gabe dafür haben die Stimmung aus bestimmten Wahlkreisen, Orten wo sie sind rauszuziehen und dann aber vielleicht auch weil es zu viel ist das so abblockt und selber zur Macht erhält der man braucht um eigentlich was Gutes für diese Leute zu tun auch wieder kühler wird und denkt, ich kann nicht an einen Stellen Empathie haben.
00:30:02: Und das kann man, glaube ich gut erklären, weil das können wir nachvollziehen.
00:30:05: Menschen, die zum Beispiel auch in sozialen Berufen arbeiten... Genau!
00:30:07: Ist ein
00:30:08: ähnlicher Effekt.
00:30:08: ... ist
00:30:09: ein ähnelcher Effekt, Menschen, den der Pflege arbeiten können wahrscheinlich tausende Läder von singen?
00:30:13: Absolut.
00:30:14: Das kann man erklären.
00:30:15: Es muss nicht dauern passieren.
00:30:17: aber es gibt diesen Ansatz nicht mehr, weil viele Politiker teilweise berechtigt Angst auf haben.
00:30:22: was wird schnell insomentalisiert, zu headline wirklich schwach, Schwäche ist einfach etwas, was sie in der Gesellschaft nicht akzeptiert.
00:30:28: Macht ist irgendwie, bleibt einfach sexy und cool.
00:30:31: Jeder der möglich hat zur Machtergreifung wird auf jeden Fall drüber nachgedacht haben.
00:30:34: Egal in welcher Konstellation.
00:30:36: Und das kann man aber trotzdem irgendwie erklären.
00:30:38: ich glaube wenn es einzelne Politiker gäbe die sich mehr trauen würden gäbe es auch mehr Verständnis für bestimmte Handlungen.
00:30:46: Also die Härte der politischen Auseinandersetzung ist ja wirklich ein zentraler Punkt, den man vielleicht nochmal hinterfragen kann.
00:30:54: Auch empathisch würde das vielleicht auch dazu beitragen, dass die Menschen wieder mehr resonieren mit den politischen Entscheidern von denen sie sich doch schon sehr weit entfernt haben und eben das Gefühl haben, die kriegen das eigentlich nicht mehr hin.
00:31:06: also das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit von Staat und Politik ist ja an einem Tiefpunkt angekommen
00:31:12: Ja, aber auch.
00:31:13: Weil da kommen wieder zu Angst und Zutrauen und Empathie.
00:31:18: Da kommen verschiedene Begriffe zusammen weil was erwarten wir von der Politik?
00:31:22: Wie empathisch können wir mit der Situation sein, die sich befinden?
00:31:26: Also ich muss ja verstehen wie Demokratie und Abstimmung funktionieren.
00:31:28: Wie viele Leute verstehen eigentlich nicht, wie Gesetze funktionieren also wie das entschieden wird?
00:31:33: wer schreibt das Gesetz?
00:31:34: was bedeutet dass wenn Bärbel Bass das selber in ihrem Haus schreibt was mit dem Bürgergeld jetzt passiert oder wenn Doby und das vorschlägt.
00:31:40: Das ist wieder auch eine Aufgabe von Journalisten und da auch stärker darauf zu schauen.
00:31:44: Klar, der Moment in dem weiß ich nicht früher ich mal raus geht und sagt so Ich bin an sich kein Rassist, das würde ich dir mal zuschreiben, dass er das nicht ist und ein demokratisches Grundverständnis hat.
00:31:56: Aber dass man erklärt, warum man sich dazu entscheidet solche politischen Themen zu setzen an einem bestimmten Punkt, wo man merkt, es übermande einen weil obwisslich hast du ja keine zwei in drei Prozent geholt und du bist auch jetzt nicht bei Zwei in drei prozent und irgendwie scheint das Ganze nichts zu funktionieren.
00:32:10: und ich glaube, dass Leute sich darauf einlassen können wenn man das eben erklärt.
00:32:14: also er kann ja auch ein Fehler eingestehen oder sagen Er hat sich darauf eingelassen.
00:32:17: meine dachte Es wäre das Beste.
00:32:19: da kann ich natürlich sagen Finde ich jetzt Bullshit, aber ... Ich könnte es noch besser machen.
00:32:23: Du suchst das mal im
00:32:24: Fernseher-Klern, aber redet sich dann im Kofunker Haken, sag' ich mein?
00:32:27: Das ist ja auch so eine Folge da.
00:32:28: Ja, kann man auch ein Party
00:32:28: mit haben!
00:32:29: Also...
00:32:31: Ist das ne never ending Story.
00:32:33: Ist richtig.
00:32:34: Gut wir enden aber trotzdem an der Stelle mit dem Wort und kommen mittlerweile schon zum fünften Stichwort für unsere Diskussion.
00:32:42: Demokratie und das ist eigentlich das zentrale Stichwort unserer Zeit.
00:32:49: Wie steht es um die Demokratie?
00:32:51: Das ist eine
00:32:52: zentrale Frage.
00:32:52: Noch mal den Take von wo wir über Nazis gesprochen haben, ich glaube deutlich besser als wir das immer frame und damit auch ein Angstgefühl auslösen.
00:33:00: also wenn wir uns unsere europäischen Nachbarn mal anschauen geht es uns mit Blick auf Europa noch deutlich deutlich deutlich besser wie den anderen und das ist auch was man glaube ich manchmal betonen muss.
00:33:11: das heißt nicht dass Probleme nicht da sind dass es keine Diskriminierung gibt, dass es soziale Ungleichheit gibt und das wir kurz davor stehen auch, dass diese Schere so weit auseinander geht.
00:33:19: Dass ist eben nicht mehr so demokratisch hier sein könnte aber in unseren... Und da ist
00:33:23: wahrscheinlich ein Unterschied, ob Ungarn fällt oder Deutschland oder Frankreich?
00:33:27: Total!
00:33:27: Aber auch aus sowas wieder Kraft zu ziehen und sich wieder auch für die EU zu besinnen Auch wenn der Gedanke natürlich abweg ist zu sagen Kommen wir schaffen schnelles Einstimmigkeitsprinzip ab bevor in Bulgarien der nächste Fasche kommt um den Begriff nochmal aufzugreifen gibt deutlich mehr Handlungsspielraum, den wir nicht als das Privileg erachten, dass wir haben.
00:33:47: Und das stört mich manchmal in Debatten?
00:33:49: Ja, das stört mich auch!
00:33:50: Also das will ich nochmal sagen diese Handlungsunfähigkeit ist ja häufig darauf aufgebaut, dass man sagt, ja in den Strukturen wie Politik bisher gehandelt hat funktioniert das nicht.
00:34:01: aber es ist ja nicht so, dass Wir ganz viel Neues nicht an Möglichkeiten haben.
00:34:05: also wir haben nicht nur die europäische Union und wir können uns auch zwischen Staaten ganz viel mehr einigen früher und es gibt auch eine viel stabilere wirtschaft europäische oder global, die eingehegt ist.
00:34:16: Es gibt internationale Institutionen aber wir benutzen es irgendwie nicht so richtig was ja auch daran liegt dass nationale Politiker häufig da am Hebel sind vor allem internationalen Tätigkeiten gar nicht so wirklich im Blumenstrauß gewinnen können.
00:34:34: Ist da vielleicht irgendwo ein Problem, dass wir zwar handlungsfähig in der Theorie sind aber das Wahlvolk oder die Bevölkerung das vielleicht gar nicht richtig gottiert wenn man in diese neuen Handlungsfähigkeit reingeht?
00:34:49: Oder einfach sagt ich will eigentlich dass es so weiter läuft wie bisher.
00:34:53: Jemand traut sich nicht aus dem, was in der Bevölkerung stattfindet.
00:34:56: Und das finde ich etwas sehr Gutes.
00:34:57: Wir haben wahnsinnig viele politisch engagierte Menschen im Land also für verschiedenste Themen ob dass jetzt die Klimakrise ist soziale Ungleichheit diese Solidarität mit der Ukraine Die Frage des Auskonflikts.
00:35:10: Also man hat Menschen, die sind wahnsinnlich politisch informiert tätig sie fühlen ehrenämter aus.
00:35:16: wir haben immer noch eine hohe Anzahl an Menschen die Ehrenämtern auswöhnen.
00:35:20: die politische Konfrontation im Alltag und das Bewusstsein darüber, was man verändern möchte ist eigentlich sehr groß.
00:35:25: Und da setzt man nicht oft an als Politik.
00:35:30: Das kommen wir wieder zum Trauen wenn wir bestimmte Statistiken nehmen.
00:35:34: wie viele Menschen wünschen sich günstigere Mieten, während für einen Mietendecke.
00:35:38: Wie viele Menschen wünschen sich das noch mehr Geld und der Schulden gemacht wird für den Ausbau von ÖPNV?
00:35:46: Also all diese Dinge umzuwandeln auch für Parteien wie zum Beispiel die CDU also wer traut sich etwas zu machen ein Risiko einzugehen basieren darauf dass die Demokratie eigentlich sehr engagiert und da und fordernd ist.
00:35:59: Es macht man so einfach ein Nüchtern.
00:36:00: Aber wem sage ich das?
00:36:03: Ich habe natürlich auch die Erfahrung gemacht, dass dann plötzlich wenn man da sitzt vielleicht in einem Bundesland oder mit den Kommunen, die dann alle sagen ja wir würden das alles gerne machen aber geht nicht weil alles super kompliziert.
00:36:15: Komplizierte Verfahren, Föderalismus usw.
00:36:18: und wir haben eigentlich jetzt hier auf der falschen Ebene das Geld nicht.
00:36:24: Diese komplexe Lage ist natürlich auch das Problem bei der Umsetzung von Antworten, die die Leute sehen wollen.
00:36:31: Und wenn ich dann aber darüber nachdenke, oh, müssen wir mal wieder Föderalismuskommission machen?
00:36:37: Also dann ist ja natürlich so der Punkt zu urkockt.
00:36:39: Das schalten wir sofort ab – auch als Bevölkerung!
00:36:43: Ich frage mich, ob der Kipppunkt kommt, wenn das erste Mal die AfD im Bundesrat mit drin sitzt weil im Osten sie es schaffen irgendwo eine absolute Mehrheit zu holen.
00:36:50: Da mach' ich das Gefühl, dann kommt das schneller in die Gänge.
00:36:53: Also manchmal geht's dann doch völlig egal, wie du gerade schon Schwierigkeiten hast.
00:36:56: Ja das ist jetzt kein Hoffnung dafür dass das passiert damit das passiert.
00:36:58: aber dieses Trauen kommt ja auch daher dass irgendjemand das Risiko als Person aufnimmt.
00:37:04: also das kann ich auch.
00:37:05: ein Ministerpräsident sein.
00:37:06: Hendry Wüster sagt ne wir machen jetzt aber unsere fünf größten Städte in der Weh.
00:37:11: machen wir es einfach mal autofreie am Sonntag.
00:37:14: weiß nicht ob so viele CDU-Wähle aufs Dach steigen würden ob das passieren würde ob die sich nicht mehr freuen ob die nicht mehr auf freien Flächen nutzen würden.
00:37:22: Das ist jetzt nur ein random Beispiel, aber wer hat die Eier um das zu tun?
00:37:28: Das auszuprobieren, weil ansonsten hat man die ganze Zeit dieses Gefase und die Leute können müssen auf Gefase auch die Vögeratise und Verruf zu bringen, mich immer so.
00:37:35: ja da sitzen trotzdem Leute, die arbeitend engagiert sind dass es trotzdem kein kleiner Apparat der völlig handlungsunfähig ist.
00:37:42: ich bin eigentlich eine große pessimistin aber was das betrifft denke ich mir jedes mal Ja, man kann es auch schlechter reden als es gerade ist.
00:37:50: Ich würde fast genagt sein zu sagen okay da lassen wir das dabei.
00:37:53: aber ich will noch mal trotzdem einen Punkt sagen weil dieses die Dinge einfach dann entscheiden und durchziehen.
00:37:59: Sie haben gesagt er wäre die Eier dazu.
00:38:01: ja dass sehen wir jetzt leider gerade eher auf der autokratischen auf der auch rechtsextremen Seite und das macht für viele dort manchmal sogar die Attraktivität aus.
00:38:10: Ach den ist einfach egal was alle anderen sagen die ziehen's halt einfach durch die Sagen auch was sie tun werden.
00:38:17: Ist es tatsächlich eher etwas, wo Sie sagen würden ja da müssen die Demokraten aufpassen dass sie eben nicht diese Form des auch machens und durchsetzendst dann nur noch den Autokarten überlassen sozusagen?
00:38:31: Sie überlasten es ihnen in den gleichen Strukturen, denen sie selber gefangen sind.
00:38:33: Und ich bin keine verblendete Idealistin.
00:38:35: im Gegenteil Das ist natürlich einfach gesagt, das würde ich mir jetzt Deutschland den Mietendeckel aufsetzen.
00:38:43: Es passiert natürlich nicht so.
00:38:45: Es gibt Verstrickungen von Lobby und von verschiedenen Interessensgemeinschaften.
00:38:50: Da verspielen wir auch verschiedene Ängste in diese Macht.
00:38:52: erhalt' dieser Person mit rein... Es geht ja nur um den Versuch, das bei einzelnen Themen zu probieren und daraus zu ziehen.
00:38:59: Okay, verändert das etwas im demokratischen Wählerverhalten?
00:39:03: Weil das ist ja gerade die letzte Instanz, die man noch benutzen kann.
00:39:06: Weil es geht hier also alle Volksparteien verlieren.
00:39:09: Alle Parteien der letzten... Also alle Parteien, die nicht die AfD sind kämpfen mit Umfragen in jedem Bundesland Einzelnamen in einzelnen Ländern.
00:39:16: dann mal Erfolg weil sie dann doch die bessere Erzählung haben.
00:39:19: aber es ist ja einfach der Erhalt von Status
00:39:23: Und
00:39:23: das funktioniert, glaube ich nicht.
00:39:25: Wenn man nicht das Risiko eingeht auf lange Sicht vielleicht irgendwie mal auf den Schlips zu treten?
00:39:30: Ja
00:39:30: also um sozusagen die Statusco-Demokratie an sich sozusagen zu erhalten muss man in den Status quo den eigenen vielleicht auch eine oder andere Stelle infrage stellen.
00:39:41: Obwohl der Statusko gar nicht so schlecht gerade ist und das nochmal von Vorbereiten aus wird.
00:39:46: Sehr gut!
00:39:47: Okay, letztes Stichwort.
00:39:49: Und das ist für mich mysteriöseste Stichworte in dieser Runde.
00:39:53: Zahnarzt haben Sie aufgeschrieben?
00:39:55: Interessant!
00:39:57: Haben sie da schlechte Erfahrungen gemacht?
00:40:00: Nein.
00:40:00: Bis jetzt noch nicht, da ich das Gesundheitssystem trotz aller Kritik anfühlen stelle für sehr gut halte und dort privilegierte als wenn man so schön die USA schaut aber um die Populismusdebatte und die Frage von welche Debatten besprechen wir eigentlich aufzunehmen Friedrich Merz und die Ukraine beim Zahnarzt weiß ich ob Sie sich daran erinnern können also Prototyp dafür was für verschobene Debatten wir eigentlich diskutieren und welche Institutionen das aufgreifen?
00:40:25: Absolut!
00:40:27: Das ist eine ganz seltsame Aktion gewesen eine von mehreren seltsamen Aktionen, die für sich mehr zu durchzieht wenn er so einfach sowas raushaut.
00:40:34: Manchmal habe ich weiß nicht so genau ob er sich das eigentlich vorher überlegt hat oder nicht.
00:40:39: Das rätselt glaube ich viele.
00:40:41: aber um zur Sache zu kommen ist ja da wieder dieses Thema dass das natürlich der Versuch war die Rechten sofern zu kopieren, als dass man Angst ängste ausnutzt.
00:40:55: Ja also nach dem Motto ich muss jetzt selber kann mir selber meine Zahn-OP nicht mehr leisten weil ich dazu zahlen muss während eben andere das einfach so bekommen.
00:41:04: und das erscheint mir mittlerweile durchaus schon bei vielen auch bei den konservativen oder CDU CSU angekommen, dass diese Strategie einfach nicht die klügste ist.
00:41:19: Ja, aber ich frage mich trotzdem, woher diese Strategie kam.
00:41:21: Weil wie gesagt dem Bundeskanzler nicht anheften möchte, dass er ein Demokratieffeind ist und einer der generell Migrationsscheiße findet.
00:41:30: Das glaube ich einfach nicht!
00:41:31: Und ich finde dieses Beispiel zeigt eher die Denkmust an denen sich Friedrich Merz befindet das er dir irgendwo herzieht.
00:41:40: also dass es auch so eine Unbeholfenheit ist in dem Moment zu denken Wie kann ich jetzt die Ängste der Menschen Siehe, dass die Angst haben vor Migration.
00:41:48: Vielleicht denkt er vielleicht an der selber Angst von Migration?
00:41:50: Das kann ich jetzt... Sein
00:41:53: Fraktionschef oder andere Leute in der Fraktion sagen eben pass auf das finden wir jetzt total zentral und es steht da unter Druck da irgendwas zu machen.
00:42:00: Genau das hat mir eine Handwerker aus dem All gehört mir gesagt, dass er letzte Woche keinen Zahnarzt haben bekommen hat weil da war ein Ukrainer aber Freund und der hat eine Kronenbehandlung bekommen Da auch als Journalismus ansetzt, zum Beispiel und das einfach nicht direkt populistisch verarbeitet so.
00:42:17: Der rechte Bundeskariat.
00:42:19: den Tag kann man natürlich machen aber wieso sagst du das?
00:42:22: Woher kommt das und was ist das Ziel?
00:42:24: und wie hast du es gerade verhauen?
00:42:27: Auch eine andere Kommunikation mit der politischen Ebene schafft weil in solchen Momenten spricht Friedrich Merz ja auch mit niemandem oder spricht vielleicht mit der Bild.
00:42:36: Das wird dann einfach repetitiv aufgenommen und dann wundert er sich aber zwei Wochen später, warum sie ihn umfragen.
00:42:41: Nicht dafür sorgt dass es ihm besser geht in seiner Partei.
00:42:44: Ich finde das fast wie eine Bringschuld das Beste zu erklären oder zu ergründen, um diese Debatten auch zu... einfach runter zu kühlen.
00:42:53: Weil auf was gehen wir ein und was halten wir für diskussionswürdig?
00:42:58: Beschäftigt mich sehr auch mit Blick auf Trump zum Beispiel, wie oft... Welchen Tweet nimmt man die ganze Zeit ernst wenn man auf den Konflikt mit dem Libanon in Israel schaut?
00:43:08: Was pusht man selber hoch?
00:43:09: Und da fand ich diese Zahnarztsempathie ging ja woch rein lang.
00:43:13: Talkshow-Sendung muss ich sagen.
00:43:15: Vielleicht lernt man auch als Politik, wenn man ignoriert wird.
00:43:19: Das ist auch eine Macht von Medien.
00:43:20: D.h.,
00:43:20: dass man es nicht dekonstruieren darf aber... Da
00:43:22: kommen wir zu dem Punkt Macht von Medien und Ignorieren also im Moment hat man ja das Gefühl die Medien jetzt nage ich mal einfach die Medien sind natürlich auch irgendwo getrieben von Social Media und X Wellen und Shitstorms und von jetzt News und so weiter.
00:43:43: Man bekommt ein bisschen das Gefühl, dass es für die Medien natürlich auch immer schwerer wird diesen Abstand diese Ruhe da reinzubringen.
00:43:55: Kann das eigentlich jetzt mal eine Medienfrage gelingen, dass unter den Medien wieder stärker zu verankern und sich davon auch ein bisschen wieder loszumachen von diesen ganzen Social Media Trends.
00:44:04: Und Reaktionsmustern die da sind um es mal so ein bisschen einmal platt in einer Kiste zu tun?
00:44:09: Ich glaube, dass erklären sehr gut funktioniert auf Social Media.
00:44:12: also das Interesse, dass man etwas erklärt oder aktuellen Debatten aufdröselt ist gar nicht so klein.
00:44:18: Also dieses schnelle Wischen liken Sekunden Aufmerksamkeit zu spannenden Dingen.
00:44:22: Das löst sich langsam auf, weil die Leute merken, dass ihr Gehirn gar keine Kapazität mehr hat das aufzunehmen.
00:44:26: Also dieser Trend auch zur langen Video Essays oder dieser Boom der jungen Generation sehr viel mehr zu lesen und sich einen Langzeit-Format zu schnappen.
00:44:35: Die Kinofilme werden immer länger.
00:44:36: Die Leute gehen in lange Kinofirmen.
00:44:37: also viele spricht dafür, dass langen Form eigentlich funktioniert.
00:44:41: Und ich glaube es ist ein guter Anknüpfungspunkt, weil ich kann trotzdem mal den Zahnarzt sprechen aber gehaltvoll.
00:44:46: Ich kann trotzdem über dieses Beispiel sprechen und erklären, was da passiert sein könnte, was es für Eindrücke gibt ohne dass ich direkt so dieses Friedrich-Merz xy das ist richtig, das ist falsch sondern auch wieder zur Meinungsbildung beitrage.
00:44:58: Und das machen viele Medien glaube ich.
00:44:59: Es geht aber oft unter neben dann anderen Sachen die natürlich auf dem Algorithmus besser belohnt werden.
00:45:05: Aber ich glaube gerade große Medienhäuser sind da eigentlich relativ gut drin und versuchen das auch.
00:45:10: Z.B.
00:45:11: der Tektorkanal, der Tagesschau ist ja kein populistisches Hundeloch also Entschuldigung aber das konsumieren super viele junge Leute zum Beispiel.
00:45:19: Und da diese Strategie weiter zu fahren und dass auf dem Markt als dominantes Format, dominante Art wie man Politik erklärt Gesellschaft erklärt zu forcieren ist glaube ich der einzig Weg wie man es um den Long Run schafft.
00:45:34: Aber ich leike natürlich auch manchmal populistische Sachen, wenn ich es
00:45:39: denke.
00:45:40: Ja, der muss sich jetzt jeder nicht von frei machen, dass wir mal kurzfristig Emotionen rauslassen oder eben auch Dinge mal vereinfacht sagen wollen.
00:45:49: Das haben wir hier ja durchaus auch an der einen und ständig für den Abschluss und überhaupt den Grund, noch optimistisch dabei zu sein sehr gewinnbringend freue mich da sehr drüber Und habe bei dem letzten Punkt natürlich auch den Gedanken daran wie nicht nur die Medien, sondern eben auch politische Bildung.
00:46:05: Wie wir sie hier machen heute noch funktionieren kann und bei den Leuten ankommen können.
00:46:10: Und da erlebe ich es auch, dass es ein großes Verlangen danach gibt, da stärker einzusteigen.
00:46:15: Ja, ich bin sehr froh, dass Sie dem Begriff pessimismus nicht gezogen haben, dann hätte ich mich noch
00:46:20: erklären müssen.
00:46:21: Ich war heute sehr optimistisch für meine Verhältnisse, weil ich bin eigentlich eine große pessimistin, aber das Gefühl darf nicht allzu viel Zeit darin verschwenden.
00:46:28: Das haben Sie jetzt geschafft!
00:46:29: Sehr gut, das haben wir geschafft.
00:46:31: Dann versuchen wir dabei zu bleiben!
00:46:32: Vielen Dank, dass Sie da waren, Jasmín Barak und auch an alle die zugeguckt haben und zugehört haben.
00:46:39: Vielen Dank fürs Reinhören und bis zum nächsten Mal bei Pick Your Battles.
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