Pick Your Battles: Diana Kinnert – Kirche, Konservatismus, Einsamkeit & soziale Infrastruktur
Shownotes
Was hält eine Gesellschaft zusammen, wenn gemeinsame Orte und Erfahrungen verloren gehen? Wie muss sich Konservatismus verändern, um gesellschaftlichen Wandel mitzugestalten? Und was hat Einsamkeit mit dem Zustand unserer Demokratie zu tun? Darüber spricht unser Vorstand Jan Philipp Albrecht mit der Publizistin, Unternehmerin und CDU-Politikerin Diana Kinnert.
Seit vielen Jahren beschäftigt sich Diana Kinnert mit der Zukunft von Demokratie und Gesellschaft. Bekannt wurde sie als Stimme eines modernen Konservatismus. In ihrer jüngeren Arbeit setzt sie sich intensiv mit Einsamkeit, sozialer Infrastruktur sowie den Folgen von Individualisierung und Digitalisierung auseinander.
In dieser Folge diskutiert sie mit Jan Philipp Albrecht über ihr Verständnis von Konservatismus, die gesellschaftliche Rolle der Kirche und die Frage, warum Transformation nicht nur wirtschaftlich und politisch, sondern auch kulturell gedacht werden muss. Dabei treffen unterschiedliche Vorstellungen davon aufeinander, was Konservatismus bewahren sollte und wie viel Veränderung gesellschaftlicher Fortschritt braucht.
Weitere Themen sind ein ökosystemisches Verständnis von Politik, Europas Verständnis von Fortschritt und Innovation sowie Einsamkeit als demokratische Herausforderung. Diana Kinnert plädiert dafür, soziale Beziehungen und Gemeinschaft stärker als politische Infrastruktur zu begreifen – von Nachbarschaften und Vereinen bis hin zu digitalen Räumen.
Kapitelmarken
(07:19) Kirche
(14:17) Konservatismus
(23:59) Soziale Infrastruktur
(34:03) Ökosystem
(41:47) Weltraum und Fortschritt
(51:58) Einsamkeit
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Über das Format
„Pick Your Battles“ ist das konstruktive Streitformat der Heinrich-Böll-Stiftung: Sechs Begriffe, jeweils sechs Minuten Diskussion – über politische Konflikte und gesellschaftliche Debatten.
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Weiterführende Links
Diana Kinnert: Für die Zukunft seh’ ich schwarz. Plädoyer für einen modernen Konservatismus
Öffentliche Räume – Heinrich-Böll-Stiftung
Die Neue Republik – Heinrich-Böll-Stiftung
Foto JPA: © Sibylle Fendt, Foto DK: © IMAGO / Eventpress / Kochan, Bearbeitung: hbs.
Transkript anzeigen
00:00:00: Oft wird mir ja vorgeworfen, dass ich mit meiner eigenen Partei zu kritisch bin.
00:00:03: Ich bin nur mit meiner Partei kritisch, weil die anderen interessieren mich nicht.
00:00:06: Das ist meine Wirkungsstätte und ich habe das Gefühl des Friedrich-März, der da nicht auf die Ursachen guckt, der immer nur auf die Abwertungen guckt ,der die Ursache nicht verstehen will und gleichzeitig verspricht also ich halbier die AfD dann darf es sich nicht versprechen.
00:00:26: Hallo und herzlich willkommen bei Pick Your Battles, dem Streitformat der Heinrich-Böll Stiftung.
00:00:31: Mein Name ist Jan Philipp Albrecht und ich bin eine beiden Vorstände dieser Stiftungen.
00:00:35: Und ich spreche mit Gästinnen hier über Politik, Parteien und vielleicht auch Kritik daran.
00:00:43: Wir machen diese Aufnahme heute gemeinsam mit einer weiteren Aufnahme an einem Konferenztag.
00:00:49: die Neue Republik heißt die Konferenz Und ich habe mich schon unterhalten mit Bodo Ramelow und jetzt hier ist zu Gast Diana Kinert.
00:01:00: Herzlich willkommen!
00:01:01: Ja, danke für die Einladung.
00:01:03: Diana Kinart ist Publicistin, Unternehmerin und CDU-Politikerin und Mitherausgeberin des Portals The Pioneer.
00:01:12: Bereits in jungen Jahren wurden sie als politische Kommentatorin und stimmen einer neuen Generation von Konservativen bekannt, zum Beispiel durch ihr Buch für die Zukunftsee Ich schwarz plädoyer für einen modernen Konservatsismus.
00:01:25: Und darüber hinaus gründete sie unter anderem den Jugendbeirat der Konrad-Adenauer Stiftung.
00:01:37: Das sind die Rammdaten, aber seitdem ist einiges passiert und die Betätigung hat sich sehr viel jetzt in dem Bereich Thema Einsamkeit, Thema Achtsamkeit bewegt.
00:01:49: Dazu ist auch ein Buch zum Beispiel erschienen Die Achtsamkeitsfalle Und ich würde vielleicht bevor wir einsteigen mit unserem Format hier sind verschiedene Stichworte, die wir nach und nach ziehen einmal fragen Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass es so von dem Engagement bei der CDU plötzlich bei diesem Thema Einsamkeit und Achtsamkeit kommt?
00:02:13: Und dann vielleicht auch mit so einer Betrachtungsweise unter anderem sich die Frage zu stellen ob der Kapitalismus sich unter dem Deckmantel von Achtsabkeit und Selbstfürsorge die Menschen regelrecht unter den Nagel reißt.
00:02:27: Wie ist das passiert?
00:02:28: Es ist alles gar nicht soweit voneinander entfernt, wie es wahrscheinlich so auf den ersten Blick klingt.
00:02:32: Ich habe in meinem CDU-Engagement mich eben eingetreten ja weil ich mal das Grundsatzprogramm gelesen hab, was ich mir auseinander gesetzt hat mit einer christlichen Soziallehre, mit irgendwie den verschiedenen christen demokratischen Wurzeln und einer Ideengeschichte von Konservatismus Und das Gefühl hatte, dass es auch in so einer eigentlich verengten neoliberalen Agenda nicht richtig zum Tragen kommt.
00:02:55: Bevor ich Mitglied der CDU geworden bin, bin ich Mitglieder der CDA geworden also da noch mal über das Christlich-Soziale hinein und habe dann die Arbeitnehmerbewegungen innerhalb der CDU genau die Vereinigung, die christlich-demokratische Arbeitnehmerschaft... die ich auch immer wahnsinnig wichtig innerhalb der CDU fand, die ja auch damals zum Beispiel dem Mindestlohn irgendwie ausformuliert hat.
00:03:16: Sondern die Lohnuntergrenze und da gab es Unterschiede.
00:03:19: also das fand ich alles total interessant.
00:03:21: dann natürlich Bewahrung der Schöpfung, die größte Nachhaltigkeitsagenda und so.
00:03:24: Also ich war zumindest ideengeschichtlich theoretisch schon immer nicht in so einem Generalsekretärs taktieren, das war nicht irgendwie meine Agenda.
00:03:33: Ich bin ja auch nie Abgeordnete geworden und es ist nicht die Betätigung, nicht die Beschäftigung, die ich mir wünsche sondern ich arbeite so ein bisschen demokratietheoretischer, ein bisschen soziologischer und bin tatsächlich eigentlich über einen Beratungsprojekt für Theresa May, als die Premierministerin in England war, auf das Thema Einsamkeit gekommen.
00:03:52: Ich habe damals mit der Labour-Abgabe geordnet...
00:03:53: Das braucht sie mich einsam am Ende!
00:03:55: In der Brexit-Auseinandersetzung?
00:03:57: Das auch.
00:03:57: Ich hab damals
00:03:58: mit einer Labour-abgeordneten Joe Cox zusammengearbeitet, die dann von Rechtsextremia ermordet worden ist.
00:04:03: Die Schwester hat eine Stiftung gegründet, daraus ist dieses weltweit erste Anti-Einsamkeitsministerium entstanden.
00:04:09: Und da hatte ich das Gefühl, also vielleicht gab es da diesen Kippmoment bei dem ich dachte, ich will nicht auf einer tagespolitischen Oberfläche arbeiten.
00:04:18: Sondern dass ich spüre bei Einsamkeit ist eben nicht nur diese Tagespolitik von wie gehen wir mit Senioren um und wie funktionieren die Altersheime sondern dass sich dachte, das muss was mit Rationalisierung zu tun haben, mit Individualisierung, mit Sikularisierung, ganz verschiedenen soziologischen Trends.
00:04:34: Dann habe ich mich jahrelang eigentlich mit dem Thema beschäftigt dass, wie funktioniert Demokratie ohne soziale Architektur?
00:04:41: Welche sozialen Infrastrukturen braucht es?
00:04:44: und habe fast wie so ein sexy City-Kolumnist jetzt mitbekommen im Freundes- und Bekanntenkreis.
00:04:50: Da wird Pilates gemacht bis zum Umfallen und hab das einfach mal analysiert als Phänomen von Selbstbeschäftigung, Selbstumkreisung wo vielleicht die Resonanz, die Weltbeziehung nicht da ist, wo das Menschenbild sich auch verändert wo wir auch eine Individualisierung von Schuld haben.
00:05:06: Also nicht der Arbeitsmarktesschuld, dass ich arbeitslos bin sondern ich bin der faule Arbeitslose.
00:05:10: also da gibt es soziologische Veränderungen und die interessieren mich weil Tagespolitik draufgesetzt ist und wir können glaube ich nicht nur über Tagespolitik reden wenn die Infrastrukturen und die Grundlagen nicht stimmen.
00:05:22: Und deswegen hat das super viel miteinander zu tun.
00:05:25: Wir reden ja auch heute über die Republik bei dieser Konferenz und das hat ja viel mit der Frage, wie verstehen wir uns eigentlich als Gemeinschaft, als Gesellschaft zu tun?
00:05:34: Und vielleicht bevor wir einsteigen in die Stichworte nochmal die Rückfrage dazu ist es vielleicht deswegen ein bisschen so oberflächlich wie Politik teilweise in den letzten Jahren gemacht und begründet wird weil alles so nach diesen PR-Kriterien und diesem Politiktaktik geht.
00:05:54: Und gar nicht mehr an diese Tiefe dieser Frage, was sind wir als Gesellschaft dran?
00:05:59: Ja aber das eben auf sehr unterschiedlichen Ebenen.
00:06:02: Ich habe das Gefühl wenn wir eigentlich diesen Marktplatz nicht mehr so richtig haben wo alle Leute zusammenkommen weil wir auch algorithmisch in anderen Echo Kammern unterwegs sind braucht keiner von uns überhaupt mehr sprechen weil sowieso schon vorbestimmt ist wer es hören soll.
00:06:14: und wenn ich also wenn die Grundlagen schon nicht stimmen Ich habe schon das Gefühl, dass wir eine Kommerzialisierung von Politik auch haben.
00:06:20: Die so sehr auf den schnellen Applaus irgendwie guckt.
00:06:24: Ich hab das Gefühl ,dass wir eine Getriebenheit haben natürlich auch durch die AfD und Populisten und Totalitäre eigentlich voneinander wo ich glaube dass wir zu viele Sachzwänge haben natürlich durch die Ukraine, durch Energie durch Donald Trump und so die uns auch nicht richtig erlaubene eigene Politik zu machen.
00:06:39: Ich glaube, dass die eigenen Kulturziele auch fehlen.
00:06:42: Also so ein bisschen über Souveränität zu sprechen ohne genau zu definieren von was eigentlich souveränen?
00:06:47: Also ich würde gerne souverän sein vom Klimawandel aber auch verteidigungspolitisch souverähnen.
00:06:52: Aber funktioniert das wenn ich dann Software aus Amerika habe und so Sachen?
00:06:55: also da passieren ja viele Dinge die miteinander zu tun haben Und ich glaube Das in sehr unterschiedlichen Ebenen wir sehr oberflächlich drauf gucken.
00:07:03: Dann versuchen wir tiefer einzusteigen und haben hier eine Reihe von Stichworten bekommen.
00:07:09: Vielen Dank fürs Mitbringen, das Konzept ist dass wir sechs dann nacheinander ziehen und darüber reden und ich mache die Uhr an da gibt es sechs Minuten für jedes Wort.
00:07:19: Kirche!
00:07:20: ist das erste Wort.
00:07:21: Und das ist interessant, weil zum Beispiel mit Budo Rammelow habe ich auch über die Kirche gesprochen und das scheint ja ein sehr wichtiger Punkt zu sein und wir hatten hier more in common, die also geguckt haben was sind so eigentlich die realen Zustände in unserem Land?
00:07:37: Und wie ticken die Menschen in unserem land?
00:07:39: Und da musste zu meinem erschrecken ich feststellen dass die kirche unglaublich niedrig mittlerweile im ranking ist wenn es darum geht was sind sozusagen die orte oder Akteure, die unser Land ausmachen und voranbringen.
00:07:52: Was ist da passiert?
00:07:55: Ich bin gläubiger Christ, bin aus der Kirche ausgetreten vom einigen Jahren schon hat unterschiedliche Gründe, auch eher private Gründe.
00:08:03: Was mich an der Kirche so ein bisschen irgendwie gerade irritiert und die Entzüglichkeit von Papst Leo weiß jetzt erstmal in eine andere Richtung aber das ist, dass ich das Gefühl habe, dass Wirklichkeit im Gegenwart nicht richtig mit gedeutet wird.
00:08:16: Und ich finde aus einer äußeren Beobachtung heraus, dass sie wahnsinnig schnell reagieren wenn es um Gleichberechtigung geht, um Sexualmoral geht und diese typischen Themen.
00:08:26: Ich habe für Peter Hinze damals gearbeitet, bei den Themen im Prämienplantationsdiagnostik-Sterbehilfe.
00:08:31: Da habe ich das erste Mal erfahren was Lobby wirklich heißt weil dann die Kirchen und die Diakonien aus allen Ecken kamen und auch für ihre Art natürlich demokratisch gestritten haben.
00:08:40: aber da hab' ich gemerkt wie verbreitet sie eigentlich ist, wie tief sie eigentlich verwurzelt in unserer Gesellschaft sind, wie sehr sie mitprägen kann und wie sehr ich heute das Gefühl habe dass ihr die eigentlichen Debatten nicht mit vorbereitet.
00:08:54: Und was ich jetzt durch Papst Leo irgendwie sehr interessant fand, war natürlich eine Enzyklikale die diesen Technologiebegriff nochmal anders irgendwie aufspürt.
00:09:03: Ja und die sagt naja in der Technologisierung ist der Mensch nicht mehr nur Mensch er ist Nutzer.
00:09:09: über zum Profil.
00:09:10: wir begegnen uns nicht mehr als Nachbarn und als irgendwie weiß ich nicht Brüder und Schwestern wie auch immer sondern eher als irgendwie Dashboard-Kontakte.
00:09:18: und da passiert das auch an Verwertbarkeit einer Begegnungsfläche die nicht mal richtig sozial ist.
00:09:23: Und es ist ein wichtiges Thema für mich, weil auch das mit sozialen Infrastrukturen zu tun hat.
00:09:27: Absolut!
00:09:28: Ich habe das Gefühl dass in der Kirche bis jetzt auf diese Enzykliker und eigentlich müsstest von unten nach oben ja irgendwie wachsen und nicht umgekehrt, dass das einfach wahnsinnig übersehen wird ich...
00:09:38: Und dass die Kirche als eine entscheidende soziale Infrastruktur eben immer weiter ausgefallen ist?
00:09:45: Und deswegen die Frage sicherstellt was kommt stattdessen vielleicht auch an sozialer Infrastruktur?
00:09:50: Und ich habe das Gefühl, dass die Kirche ähnlich wie viele Parteien folkloristisch eben arbeitet.
00:09:55: Das war immer schon meine Kritik, auch schon in den Merkel-Jahren.
00:09:59: Die CDU hat das Gefühl wir sind nicht konservativ genug.
00:10:01: Wir müssen jetzt dringend über Leitkultur reden.
00:10:04: Da hab ich Linke die sagen wir sind irgendwie nicht links genug, wir müssen dringende über Enteignung reden.
00:10:08: und dann frage ich was interessiert die Leute?
00:10:10: Ist es weder Enteignung noch LeitKultur sondern muss sich ja irgendwie organisch entwickeln?
00:10:14: Und bei einer Kirche wo man das Gefühl hat wird sie jetzt zur Zeitgeistkirche nur weil sie Gleichberechtigung für sich selbst entdeckt hat scheint es diesen kompensatorischen Impuls zu geben.
00:10:23: nein wir müssen uns jetzt hier verteidigen Wir müssen für was einstehen.
00:10:26: Und dann reagieren sie ja sehr sensibel auf so Themen wie Sexualmoral.
00:10:30: und finde aber sehr komisch, dass es bei dem Ganzen auch Optimierungsthema, Technologiethema Peter Thiel Thema der Mensch ist kein irgendwie bedürftiges verletzliches mitfühlendes Wesen sondern er gehört.
00:10:42: maschinell optimiert und irgendwie gesteigert habe ich das Gefühl, dass ist doch der viel größere Angriff auf den Menschen.
00:10:47: Absolut!
00:10:48: Und
00:10:48: dass die Kirche da nicht reagiert finde ich sehr seltsam.
00:10:51: Umso
00:10:51: beeindruckender, dass das jetzt also bei Papst Leo und seinem Berater da einen Raum bekommt und interessant, dass gerade so ein Akteur sich dann eben mit dieser Frage beschäftigt.
00:11:03: Das zeigt ja, dass Kirche sich verändern kann.
00:11:06: und die Frage ist, ist es von außen gekommen oder von innen?
00:11:09: Oder kann man da überhaupt einen Einfluss drauf nehmen?
00:11:12: Ich vermute, dass es schon auch an seiner Person liegt.
00:11:15: Die ich in sich auch jetzt in der Beobachtung sehr interessant fand weil sie sicher nicht Donald Trump irgendwie so erboßt gegenübergestellt hat sondern sehr bei sich geblieben ist und die anderen Kontinente, die ja noch mal ganz andere Fragestellungen haben, auch geopolitische und so hinein wirkt.
00:11:31: Aber das viel Interessantere daran finde ich eben, dass es so ein bisschen nachdenkend darüber ist.
00:11:35: Also es ist nicht diese Agenda und es ist auch das große Missverständnis.
00:11:39: Ich habe jetzt viele Reaktionen natürlich auf diese Papst-Enzytlika irgendwie mitgelesen und gerade von meiner auch konservativ liberalen Seite wo KI ja wirklich als Wachstumsmotor und die Zukunft beschrien wird, die werfen ihn ja vorher sehr fortschrittsfeindlich.
00:11:54: Und ich hab das Gefühl, es ist das Gegenteil.
00:11:55: Aber das ist ja die letzten
00:11:56: Jahre immer wieder gekommen von der konservativen Seite?
00:11:59: Ja also ich meine Datenschutz-Grundverordnung war da sowieso dann schon gleich hinten raus, weil dann die Ansage war wir haben dafür gesorgt dass wir da abgehängt sind und so.
00:12:10: aber jetzt kommen genau an diese Werte die dahinter stehen.
00:12:13: Ich glaube was ich so groß beklage eigentlich die letzten jahre So eine Entzivilisierung, eine Entkultivierung.
00:12:20: Das ist der Kulturraum dessen das es eigentlich kulturell bedeutet nicht offen ist.
00:12:24: und was der Papst macht ist nicht wir sollen KI verbieten sondern was der Paps macht ist.
00:12:28: da gibt es Profiteure Da gibt es unterschiedliche Zugänge.
00:12:31: das hat etwas mit informationeller Freiheit zu tun das hat was mit Verwertbarkeit zu tun.
00:12:35: wo kann der Mensch noch mensch bleiben?
00:12:37: Wo wird er verbehandelt?
00:12:38: lasse uns darüber nachdenken.
00:12:39: Und dass kulturel in dem Raum von irgendwie KI und Technologisierungen mit zu betrachten halte ich für was sehr reif ist.
00:12:46: Das heißt, ich führe irgendwie das Richtige für jemanden der verstanden hat was Technologie ist.
00:12:51: Während ich es wahnsinnig enttäuschend finde dass wir auf allen möglichen Kultusministerkonferenzen und so und bei Bildung nicht darüber sprechen... Was heißt denn mündiger Bürger im asymetrischen Informationszeitalter?
00:13:02: Sondern da geht's darum könnt ihr alle KI seid ja zukunftsfit!
00:13:06: Und das halte ich für die viel unreifere und die viel irgendwie fortschrittsfeindlichere Ambition.
00:13:11: Was uns dazu bringt, dass es eben verschiedene Institutionen in der Demokratie gibt.
00:13:16: Die Kirche gehört dazu die Schule gehört dazu und der Blick auf beide scheint ein wichtiger Blick zu sein.
00:13:22: über die kirche haben wir gesprochen.
00:13:23: schauen mal weiter was sie nächsten stichworte und so bieten.
00:13:27: aber das Thema wie wertschätzen wir eigentlich?
00:13:31: qualifikation bildung ausbildung scheint mir eines zu sein dass uns aktuell schon auch immer wieder begegnet
00:13:37: findet ist.
00:13:38: das große thema bei kirche is wann ist der mensch der noch Mensch.
00:13:41: Also es ist so was ganz irgendwie banales fast.
00:13:45: und der Mensch, der nur Mensch ist wenn er gesteigert ist, wenn er irgendwie erschöpft ist, der nun auch vorkommt als Nutzer- und Profil der eigentlich gemeinde Nachbarschaftfamilie nicht mehr hat weil wir alle in Dashboard irgendwie Prozessen miteinander verbunden sind.
00:13:57: das sind einfach wichtige Fragen die die Kirche eigentlich zu stellen hat und es ist etwas ganz banales.
00:14:02: was heißt Gemeinschaft?
00:14:03: Und was ist Mensch?
00:14:05: Was heißt harte Arbeit?
00:14:06: Was ist guter Lohn?
00:14:07: Das sind auch Themen wie die Kirchen befasst.
00:14:10: Spannend!
00:14:11: Schauen wir in das nächste Stichwort und ich mach wieder die Uhr an.
00:14:15: Also, das nächste stichwort ist der Konservatismus.
00:14:20: Und das fand ich auch spannend, damit wirst du ja auch eingestiegen... Jetzt hab' ich du gesagt.
00:14:24: Wollen wir uns aufs Du einigen?
00:14:25: Wir können
00:14:25: uns gerne auf ein Du ein.
00:14:26: Ja, okay.
00:14:28: Eingestiegen mit dem Stichwort dass der Konservatismus eigentlich etwas is', was auf Gemeinschaft setzt.
00:14:39: Du hast, glaube ich gesagt, neoliberalen Auswertungslogiken ein Stück weit ausgehöhlt wird.
00:14:45: Also da entsteht ja einen Widerspruch zwischen der kapitalistischen Verwertung und dem Konservatismus.
00:14:52: Das würde jemand, der von links der Mitte kommt irgendwie erstmal verwundert hinnehmen würde sagen.
00:14:57: also wieso das ist dabei?
00:14:58: es ist gleiche so nach dem Motto
00:15:00: Zunächst einmal braucht es, wenn wir uns jetzt alle möglichen Akteure mal auf der Welt angucken einfach eine große Unterscheidung.
00:15:06: Also dann gibt's Reaktionäre irgendwie Rechtsextremisten die behaupten sie sind konservativ.
00:15:10: Ich finde halt nicht weil ich finde so einen großen Bruch allein schon und mal ganz inhaltlich abgesehen mit einem großen Brucht zu propagieren finde ich jetzt nicht reformig, finde ich nicht konservativ moderierend sondern das finde ich reaktionär oder erreaktioniere steht finde ich dem Konservativen in der Denkfigur des Moderierens erstmal irgendwie Diametral gegenüber.
00:15:29: Dann gibt es diese ganzen Elon-Masks, die natürlich sagen wir sind jetzt konservativ Liberale.
00:15:34: Ich finde wenn du so einen Staatsmonopolismus propagierst eigentlich wo du irgendwie als eine der großen Silicon Valley Player alle anderen Startups wegkaufen kannst und ein Markt macht für dich eigentlich infrastrukturell schon beschließt, hat für mich nicht mit Marktlogik zu tun.
00:15:51: Es ist für mich auch nicht liberal, es ist auch nicht libertär, das ist Staatsmonopol für mich.
00:15:55: Das ist auch Oligarchie auf so einer Art.
00:15:58: So dann gibt es Konservative die irgendwie sagen wir haben eine ganz spezifische Leitkultur und sie darf sich auch nicht verändern.
00:16:06: und ob das jetzt der Christbaum ist oder weiß ich nämlich die Handtuch auf der Liege?
00:16:11: Keine Ahnung!
00:16:12: Das muss man ja ab einem bestimmten expelliwigen Zeitpunkt mal definieren.
00:16:16: Sonst zu sein gegenüber allem anderen, hat auch mit einem konservativen Moderationstil nichts zu tun.
00:16:22: Wo ich dem Konservatismus alle Punkte gebe ist wenn ich ihn als Denkfigur verstehe und ich glaube dass viele Transformationsvorhaben auch deswegen nicht funktioniert haben weil wir Moderation so eben nicht verstanden haben.
00:16:34: Ich sag mal zwei Beispiele, die mich immer irgendwie berührt haben.
00:16:37: Weil ich komme aus Wuppertal so und bin umgeben in Wupperta aufgewachsen natürlich mit so Gastarbeiterfamilien und so.
00:16:43: Und wenn man dann über Dreckskohle im Vokabular spricht, ist das auch eine Beleidigung von den Erwerbsbiografien und den Lebensleistungen der Eltern und Großeltern.
00:16:51: Und dann ist es ein Begriff, der irgendwie schwierig ist und dass diese sich da nicht mitgenommen fühlen verstehe.
00:16:56: Ja muss erst einmal gelernt werden, dass das so ist?
00:16:59: So
00:16:59: braucht es einen Adressieren, dass du nicht Rest von Zukunft bist sondern Ressource für Zukunft.
00:17:04: Gleiches habe ich jetzt bei den Landwirten gehabt, hab in den letzten Jahren viele Gespräche mit dem Landwirte gehabt die auch in diesem ganzen Pegida irgendwie Traktor-Demos da halt mitgefahren sind Die auch sagen, also wir sind jetzt hier nicht pauschal irgendwie Dinosaurierbauern.
00:17:18: Irgendwie die rechts sind sondern Wir haben einfach große infrastrukturelle Zumutungen und wir müssen wenn der Kredite aufnehmen für so ein Traktor dann sind das nicht Zehntausend Euro oder das zwei Millionen Das ist auf eine Familie gerechnet.
00:17:31: Dann hast du die Konkurrenten in der EU?
00:17:33: Also wir müssen da einfach auf einem stabilen Boden stehen.
00:17:36: dass habe ich genauso auch erlebt als Landwirtschaftsminister.
00:17:38: in Schleswig-Holstein kommt man ja auch Ja in Dittmarschen mit sage ich mal sehr stark konservativ verwurzelten landwirtschaftlichen Akteuren zusammen und das dann aber im Gespräch, so am Tisch wie hier.
00:17:51: Man plötzlich sehr schnell eigentlich auf den Punkt kommt dass man ganz viel auch gemeinsam hat.
00:17:56: ja und trotzdem ist eine Sache die mir dann immer wieder aufgefallen ist und ich mir dann gestellt habe diesen Menschen gegenüber so das dachte naja Wenn ihr jetzt nachdenkt über eure Situationen und die Herausforderungen, die da sind.
00:18:09: Ja von Klimawandel über Weltmarkte und Monopole und Preise
00:18:13: usw.,
00:18:14: dann ist doch das Bewahren eurer Werte und eurer Zukunft untrennbar mit dem Verändern und mit Erneuern verbunden?
00:18:26: Aber wir schaffen es nicht, dass zu formulieren oder zu verstehen.
00:18:30: was muss man tun damit der Konservatismus dass annehmen kann, das Veränderungteil des Konservatismus irgendwo auch ist.
00:18:40: Oder was muss man mit denjenigen die vielleicht dem Progressivismus anhängen oder eben Mitte-Links sind und sagen wieso haben wir doch alle schon uns überlegt wie das in Zukunft aussehen könnte?
00:18:50: Was muss man denen beibringen damit es funktionieren kann?
00:18:52: Das
00:18:53: ist jetzt so eine große Frage die selbst wenn sie sechs Minuten von Anfang an laufen würden könnten... Dann
00:18:57: machen wir ein bisschen länger!
00:18:58: Also es geht nicht darum dass es jetzt dieses Alleinrezept geht wie Transformation gelingt.
00:19:02: aber es gibt natürlich ein paar gelingend Faktoren oder irgendwie Schutzfaktoren für Transformation.
00:19:07: Und es ist natürlich eine emotionale, mentale soziale Ansprache.
00:19:11: Das ist ein Adressieren von wie sieht genau deine Anerkennung auch erst mal?
00:19:15: Vielleicht fangen wir da mal an.
00:19:16: Es ist die Anerkernung des Status quo.
00:19:18: Status quo ist auch auf einer emotionalen Ebene.
00:19:21: ich habe Angst oder das ist nicht nur dieses irrationale Angstgefühl sondern auch ne berechtigte irgendwie Absturzgefahr, ne Existenzangst und irgendwie Kulturelle Abwertung, das ist vielleicht auch oftmals das Problem.
00:19:33: Also was mich beschäftigt es eben nicht immer nur dieses sehr stark ökonomistische politische Ansprache sondern was liegt mental emotional sozial kulturell darunter?
00:19:43: Und es war sehr einfach zu sagen, wenn irgendwie weiß ich nicht auch eine Pädagogen-Demo stattfindet.
00:19:48: Die sagt also wir sind hier unterfinanziert irgendwie das war früher mal besser könnte man auch sagen ach ihr seid strukturkonservativ aber der Bauer weil er eben Bauer ist der eignet sich natürlich gut als dieser alte weisse dickbeuchige Mann der von gestern ist und die Zukunft nicht will.
00:20:03: Und da habe ich das Gefühl, da liegt ein kulturelles Missverständnis und eine kulturelle Abwertung auch vor.
00:20:08: So und dazu überlegen also gerade ihr die irgendwie und wir haben grade auch in grünen regionalen wie lokalen Biokreisen natürlich ne totales Verständnis für den Wochenmarkt für die Zutaten und so.
00:20:19: Also da liegt doch eigentlich kulturell was sehr nah beieinander Und das nicht richtig zu verstehen.
00:20:24: Also von der linken Seite oftmals zu sagen, dass ist dieser dick bäuchige rechtsextreme Bauer während ich das Gefühl ab Moment mal... Der ist sehr offen für Drohntechnologie wenn es um seine Bildung geht, der ist sehr open dafür intergenerational zu arbeiten weil sein Enkel den Traktor übernehmen soll so ungefähr da liegt irgendwie eigentlich ein kulturelles Missverständnis vor und das zum Beispiel einer dieser Faktoren denen ich irgendwie also wenig stark machen möchte.
00:20:47: Dieses Missverständnissen finde ich jetzt wirklich auch noch mal einen total interessanten Punkt weil ich glaube auch unglaublich viel Missverständnis liegt.
00:20:55: Das wird man wahrscheinlich ja nie ganz wegbekommen, aber was sind denn so die zwei Punkte wo du sagen würdest das sind gelingensbedingungen damit es funktioniert?
00:21:05: Damit das klappt dieses missverständnis nochmal wieder aufzulösen oder zumindest ein bisschen zu verringern?
00:21:12: Also jetzt noch mal von den Bauern abgesehen.
00:21:14: Ich glaube, das was wir unterschätzen ist, dass Transformation eine kulturelle Ebene hat und die muss irgendwie mitadressiert sein.
00:21:20: also da muss der Bauer halt auch eben diesen Lernraum haben diesen Begegnungsraum haben, der nicht auch übrigens so pädagogisierend ihm da irgendwie als Kindergartenfläche hingestellt wird sondern er muss vorkommen und er muss mitgestalten können.
00:21:32: Das sind diese sogenannten dritten Räume diese dritten Orte auch und ich glaube es reicht eben nicht bei einem kulturellen Missverständnis in der Tage schaut zu verlautbaren, nee, nee.
00:21:41: Der Bauer ist modern sondern er muss das aus sich heraus spüren weil er eben einen Unterschied machen kann.
00:21:47: und ich glaube er kann also jeder Landwirt oder auch jede Industrie die wir haben die kann nochmal mitformulieren was für Zukunft wichtig ist und da einen eigenen Platz den eigenen Wachstumsmarkt eine eigene kulturelle Rolle finden.
00:21:58: und Ich glaube dafür müssen wir auch in einem Kulturziel irgendwie Platz haben.
00:22:02: Also gemeinsame Lernorte wo unterschiedliche Akteure zusammenkommen, um dieses Missverständnis gemeinsam vielleicht auszuräumen.
00:22:11: Ja, und Prozesse an denen sie mitbeteiligt sind.
00:22:13: Und irgendwie eine Medienlandschaft die eben dann nicht zeigt bei einer Demo von den Landwirten den dick bäuchigen der da ausgerechnet die Deutschlandflagge in der Hand hat sondern dass es einfach auch ne moderne Landwirtschaft gibt die einfach sehr berechtigte Anliegen hat Die offener ist übrigens als viele andere Industrien ja noch weil sie eben mit dem Klimawandel arbeiten weil sie mit Technologie arbeiten Weil sie Familienbetriebe sind intergenerational aufgestellt sind.
00:22:38: Also gerade da finde ich ist das sehr offen sichtlich, dass es eine Missverständnis gibt und eine kulturelle Echtung die ich nicht gerechtfertigt finde.
00:22:45: Und Landwirte in übrigens auch an KI-Tische mit einzuladen oder Landwirten mit einzuladen.
00:22:51: wie kann die grüne Transformation gelingen?
00:22:53: So das sind zum Beispiel die Räume in denen ich sie mir auch wünsche.
00:22:56: Aber diese kultureller Echtungen die funktioniert natürlich auch sozusagen von der jeweiligen Seite immer und sorgt dafür, dass die Leute vielleicht auch Angst haben sich überhaupt mit anderen einen Tisch zu setzen.
00:23:07: Das ist ne Zumutung.
00:23:09: nicht nur die freundlichsten Leute, so ist es auch.
00:23:12: Andersrum funktioniert's ja genauso.
00:23:13: also der Bauer sagt irgendwie die Jugend hier alle verweichtlicht hier ist keiner mehr ein richtiger Mann so ungefähr.
00:23:19: und dann kommen halt die Kleinen irgendwie dünnen irgendwie Landwirtschaftsstudenten und arbeiten da aber richtig gut mit.
00:23:25: Und verstehen halt, wie irgendwie die Ernährungsweise funktionieren, die Nahrungskette funktionieren?
00:23:29: Die Lebensmittel funktionieren so.
00:23:31: das ist dann ein Kennenlernen auch und dafür braucht es auch einen Raum was auch glaube ich wieder mit einer sozialen Infrastruktur zu tun hat weil wenn das alles gestört ist funktioniert Projektion und ich glaube was großes Problem in dieser Demokratie ist dass wir so viele projektive Flächen haben statt eben eine Beziehungsebene die das gleich aus dem Weg räumen kann.
00:23:48: Das scheint ein entscheidender Punkt zu sein, die Beziehungsebene aufzubauen.
00:23:52: Dann schauen wir mal was uns das nächste Stichwort mitbringt und es passt vielleicht ganz gut dazu denn du hast soziale Infrastruktur aufgeschrieben.
00:24:01: und letztendlich wenn über die dritten Orte die Lernorte redest dann sind – und wir vorher auch immer die Kirche gesprochen haben – ist es auch soziale Infrastruktur.
00:24:11: aber was siehst du da noch?
00:24:12: oder wo siehst Du vielleicht auch die Möglichkeiten soziale infrastruktur wiederzubeleben?
00:24:18: Ich bin ja so ein Stück weit über dieses Einsamkeitsthema auf die sozialen Infrastruktur gekommen, weil ich eben das Gefühl habe da geht nicht nur darum dass die jungen Menschen irgendwie zu weiß ich nicht unverbindlich fluktuativ miteinander unterwegs sind und dann braucht man eine Orientierungswoche an der Uni.
00:24:32: Dann lernen sie sich kennen, dann ist Einsamheit beruben.
00:24:34: es geht nicht darum dass du weiß ich mich per Zoom statt lang Fluss spielen musst mit den Senioren im Altersheimen dann sind sie nicht mehr einsam sondern ich glaube oder die Wissenschaft irgendwie weist nach, dass alle Altersgruppen vor dreißig Jahren weniger einsam waren als heute.
00:24:48: Das heißt es liegt nicht per se an der Alters-Gruppe und deren Lebenswirklichkeit sondern an der Lebenswirksamkeit in einem Raum, der sich verändert hat.
00:24:55: Und wenn wir einen Raum haben wo wir eine Digitalisierung haben, eine Rationalisierung haben...
00:25:00: X ist nicht so ne soziale Infrastruktur?
00:25:02: So dann funktioniert das halt eben nicht richtig!
00:25:04: Und ich glaube mein ich sage mal ein Beispiel wenn ich irgendwie Einkaufen gegangen bin, dann habe ich mir meine Schuhe gebunden.
00:25:10: Bin die Treppe runter in meiner Stadtwohnung hier in Berlin.
00:25:12: Bin da irgendwie zu einer der Supermärkte.
00:25:15: Hab eingekauft und bin zurück Und hab auf dem Weg ja aber eine soziale Vergewisserung gegeben und empfangen auf vielfacher Art und Weise.
00:25:21: Ich hab gesehen ob an der Laterne steht irgendwie morgen Bürgerbefragungen?
00:25:25: Ich hab gesehn ob da jemand steht und sagt wir sammeln Unterschriften hier für die Parkplätze.
00:25:30: Ich hab Gesehen was die Leute irgendwie an der Supermarktkasse interessiert Ob die allen Deutschlands Rikko anhaben und über Fußball reden.
00:25:37: Sie, die eine Nachbarin irgendwie sagt hier übrigens zum Haus des Einer gestorben an der Hitze und so.
00:25:42: Also du erlebst ja wahnsinnig viel in deinem Kiez, in deiner Nachbarschaft, in diesen sozialen Raum.
00:25:46: Wenn er nicht mehr da ist weil ich zu Hause sitze und per Gorillas und Flink und Volt die Sachen zu mir nachhause bestelle kann ich mich wahnsinnig komfortabel ins Private zurückziehen und vernachlässige auch das, was für mich soziale Pflicht ist damit sich eine Gemeinschaft als Gemeinschafterstehen können.
00:26:02: Da würde jetzt jemand vielleicht sagen so nach dem Motto Ja aber die sind ja die ganze Zeit auf Social Media, die kriegen doch voll viel von der Welt mit?
00:26:07: So,
00:26:08: das halte ich eben.
00:26:08: wenn man sich dann mit den verfügungsdynamiken in der Plattform auseinandersetzt, da weiß man dass man algorithmisch im bestimmten Echokammern gezwungen wird, dann weiß man, dass die Struktur von Viralität darauf aufbaut, klicken muss, damit der Wurzelbaum von Gespräch offen ist.
00:26:25: Weil eigentlich hast du nur Schlagzeile unter Schlagzeit.
00:26:27: Also da ist einfach etwas nicht sozial installiert wo ich wieder auf den Papst zurückkommen möchte weil es nicht bedeutet dass Du einen Diskutieren im Netz verbieten musst sondern eine Reife irgendwie ein reifer Gedanke aus meiner Sicht dazu wäre zu überlegen was wäre ein Alternativmodell zur Viralität?
00:26:45: Könnte es eine Plattform geben wo wenn Du draufklickst und dann ist davon mir aus der trafikreichste Tweet dass du dann aber nicht extra noch drauf klicken musst, um die Antworten zu lesen.
00:26:54: Sondern sie sind schon ausgelabt!
00:26:56: Also du formulierst jetzt gerade den Wunsch nach einer sozialen Infrastruktur im Digitalen auch?
00:27:00: Zum Beispiel auch.
00:27:01: Du hast mich jetzt aufs Digitale angeschaut...
00:27:03: Ich weiß genau, aber ich finde das deswegen spannend weil ich das neben der sozialen Infrastruktur nochmal ja wir haben über Schule gesprochen, über Kirche gesprochen und über die Frage von dritten Orten, Lernorten.
00:27:17: was ist eigentlich die Bibliothek oder der Bauernhof.
00:27:20: Aber jetzt ist ja die Frage, dass digitale wird bleiben und diese Vernetztheit, die wir in der Gesellschaft haben, die wird bleiben.
00:27:28: Und AI wird uns komplett verändern.
00:27:30: also die Frage ist ja wie schaffen wir das tatsächlich zu formen?
00:27:36: Ich glaube
00:27:37: was total interessant wäre künstliche Intelligenz, mal auch kulturell daran zu bemessen was es für soziale Kostenschaft.
00:27:46: Wir denken ja wenn ich früher krank war und dann meinen Arbeitgeber, meinen Chef angerufen habe und er war kein Arschloch, dann wäre gesagt Tut mir leid, dass du krank bist.
00:27:54: Mach dir keine Sorgen.
00:27:55: Wir kommen ja alleine klar und ruhe dich ruhig noch ein, zwei Tage länger aus.
00:27:58: Hauptsache, du wirst richtig fit.
00:27:59: Können wir doch was für dich tun?
00:28:01: Im besten Fall wenn ich kein Arschloch war und nicht krankefeiert habe, weil ich gesagt tut mir leide, ich will dich gerne unterstützen aber ich glaube es macht jetzt keinen Sinn.
00:28:07: das heißt du hast dieses Telefonat von Krankmeldung was in beide Richtungen wieder für eine soziale Vergewisterung sorgt.
00:28:13: Ich hab das Gefühl mein Team ich lass es nicht im Stich mein Chef ist nett zu mir.
00:28:16: Mein Chef hat das Gefühl der macht's nicht böse sondern irgendwie dem geht's einfach nicht gut.
00:28:21: so Das is da!
00:28:21: Was wir neu erdingen durch Automatisierung und KI ist.
00:28:25: Ich rufe den nicht an, der ruft mich nicht an sondern ich mache einen Haken bei Excel und dann steht da drin... wird gefeiert
00:28:30: als die Digitalisierung des Gesundheits- und Arbeitswählen?
00:28:33: Und was in einer Bilanzierung auftaucht ist drei Minuten Gespräch gespart also kosteneffizient wachstumsorientiert profit orientiert super und ich glaube so funktioniert es nicht.
00:28:43: und genauso übrigens bei Klimawandel und Umweltkosten.
00:28:47: ich glaube das bestimmte Dinge in der Rechnung nicht auftauchen und es taucht nicht auf mein gutes Gefühl dem Chef gegenüber und das gute Gefühl des Chefs mir gegenüber.
00:28:55: Wir haben hier viel mit älteren Mittensständern zu tun, die sagen es lohnt sich für mich gar nicht meine Fachkräfte auszubilden weil sie nach zwei Jahren abhauen.
00:29:02: Das ist ja ein Misstrauen.
00:29:03: also versprichtet ihr dass da bleibt.
00:29:05: oder hast du eben hast eine Erwartung formuliert?
00:29:08: Wenn die Beziehungsebene aber gestört ist, funktioniert das halt nicht.
00:29:11: Und ich hab' das Gefühl dass wir wie bei Umweltkosten auf die Ebene kommen müssen... ...dass wir auch in einem Rechnungswesen, in dem was Trittrich-Merz und Karsten Lindemann und alle verstehen unter Optimierung irgendwie Produktivität, Effizienz.
00:29:26: Dass die Rechnung auch vollständig ist.
00:29:27: Für mich geht es gar nicht darum weil das für mich erstmal ökonomisch-neutrale Begriffe sind.
00:29:32: aber da muss man trotzdem sagen was kommt da rein und was nicht?
00:29:35: Also Marktwirtschaft funktioniert ja auch wenn du weißt was ein Monopol ist und wenn das verboten ist ungefähr.
00:29:40: Es ist nicht einen Selbstläufer und vom Himmel her runter gefallen.
00:29:43: und ein Rechnungswesen dass bestimmte kulturelle Kosten ausgliedert und andere wieder mit reinrechnet, ist für mich nicht ein vollständiges Finanzierungs- oder ein vollständiges Rechnungswesen.
00:29:54: Da muss ich natürlich jetzt trotz der Tatsache das hier jetzt die Zeit abgelaufen ist von diesem Stichwort nochmal einhaken und fragen du bist Herr Mitglied der CDU?
00:30:04: Und jetzt hat Friedrich Merz so mit ein paar Aussagen unter anderem eben dieses Lifestyle Teilzeitdingen den Eindruck den Menschen dann doch vermittelt.
00:30:19: Eigentlich sind wir alle zu faul und wir müssen uns einfach noch mehr anstrengen, und dann klappt das auch alles mit der Produktivität und der Wertschöpfung.
00:30:30: Wie gehst du damit um?
00:30:32: In dem Sinne wie du das jetzt gerade formuliert hast, das klinge ich irgendwie nicht ganz zusammen!
00:30:37: Und die Frage ist was wäre da der Weg jetzt das
00:30:40: zusammenzuführen?!
00:30:41: Das ist halt für mich ein viel größeres Thema.
00:30:43: Wir haben natürlich erst mal dieses Problem, wer arbeitet jetzt zu wenig?
00:30:47: Also der Erbe, der jetzt viel abgibt, arbeitet er zu wenig oder nicht?
00:30:50: Kastlinne Mann hat gesagt die Rentner sollen mehr arbeiten also kommt ihr erstmal vieles durcheinander.
00:30:54: was ich glaube das man im Friedrich Merz mit irgendwie an die Hand geben müsste ist dass da der Ausbeutungsbegriff sich verändert hat.
00:31:00: also wir sind halt jetzt nicht mehr irgendwie Kinder die am Webstuhl in der Frühindustrialisierung da irgendwie bei forty Grad auf die Hocke gezwungen werden.
00:31:08: so sieht ausbeutung heute im meisten Zeit in der westlichen Welt nicht mehr aus.
00:31:12: Aber dass du über so eine Allzeitverfügbarkeit, über eine Verdichtung, über die Verwilderung von Arbeitsbeziehungen, irgendwie über eine Dash-Bordisierung auch irgendwie über das Abschaffen der Teeküche gar nicht mehr solidarisch richtig sein kannst und so... Das ist erstmal eine veränderte Arbeitskultur.
00:31:28: Punkt!
00:31:29: Und da habe ich erst mal das Gefühl, da kann Friedrich Merz nicht sagen ihr habt jetzt weniger und wir haben mehr weil wir es einmal über zwei unterschiedliche Gegenstände reden.
00:31:36: Punkt Dann sage ich zufriedlich mehr, als wenn er sagt es kann nicht sein dass die Deutschen statistisch mehr krank sind als Menschen woanders.
00:31:43: Sag ich schon.
00:31:44: Es liegt da nicht, dass der Mensch an sich, der deutsche Ansicht genetisch irgendwie eine andere Gesundheitsstruktur hat?
00:31:51: Aber es kann schon sein, dass wir hier keines Hester haben, das wir hier eine andere Arbeitskultur haben und dass wir eine Erschöpfung haben die ja wissenschaftlich nachgewiesen ist seit Jahren schon.
00:31:59: Und dann müssen wir drüber reden wo sind die Ursachen von Erschöffungen und nicht darüber nachdenken ach ihr seid alle erschöpft und ihr seid all krank damit die Statistik runter geht machen wie die Krankmeldung mal schwerer.
00:32:10: also ihr dürft jetzt nicht digital oder per Telefon machen sondern müsst Also wenn einer krank ist mit ner Lungen zu nügen, dann soll er doch nicht zum Arzt gehen.
00:32:16: Es macht vorne und hinten für mich keinen Sinn!
00:32:18: Bei Karl Lauterbach als der noch Gesundheitsminister war, gab es dieses Beispiel von dass er am Welt-Suizitag quasi irgendwie oder präventiv Suizidtag vorgeschlagen hat.
00:32:28: Zwei Dinge nämlich erstens man muss ein bisschen gucken das man die Zugänge zu brücken ein bisschen schwerer gestaltet damit Leute nicht da drauf gehen und sich umbringen.
00:32:36: Und zweitens müsste man gucken dass Medikamenten Packungen etwas kleiner sind Damit sie nicht daran kommen und sich Umbringen wo ich sage Das ist doch nicht die Ursache dessen Dass ich jemand umbringen möchte und das Ist doch Nicht Die Langzeitstrategie irgendwie vollumfänglich dazu passt.
00:32:50: Und das würde ich eben sagen bei Linnemann und Merz, wir reden gerade über Symptombehandlung und dann über alle möglichen irgendwie Schuldlasten, Vorwürfe, Projektionen – und ich bin dafür dass man es nur lösen kann wenn man's weitet und mal alle Wohlsachen erforscht!
00:33:04: Das ist aber auch Problem der Politik um das nochmal einzustreuen die natürlich unglaublich schnell Lösungen produzieren muss was einfacher geht weil man Symptome Handlungen betreibt als
00:33:16: Aber die Frage ist, wenn man verspricht.
00:33:18: Und ich frage mich mal, jetzt ist mein Parteivorsitzender und ich bin auch Mitglied dieser Partei weil mir ... Weil ich glaube das christdemokratische Urprizipien für mich die richtigen sind.
00:33:27: aber ich muss natürlich Und oft wird mir ja vorgeworfen, dass ich mit meiner eigenen Partei zu kritisch bin.
00:33:32: Ich bin nur mit meiner Partei kritisch weil die anderen interessieren mich nicht.
00:33:35: Das ist meine Wirkungsstätte und ich habe das Gefühl des Friedrich-März der da nicht auf die Ursachen guckt, der immer nur auf die Abwertungen guckt ,der die Ursache nicht verstehen will und gleichzeitig verspricht also ich halbier die AfD dann darf es sich nicht versprechen oder dann hast du irgendwie am Ende auch das raus wenn du halt falsch arbeitest.
00:33:58: Lassen wir so stehen und gehen zum nächsten Wort über.
00:34:01: Und das ist das Stichwort Ökosystem, ja?
00:34:05: Das Ökosesystem.
00:34:07: Ich...
00:34:08: Sehr großes Wort, danke!
00:34:09: Aber es ist auch vielleicht ein falsches Wort weil's zu groß ist.
00:34:12: aber was mich daran interessiert ist eben auch wieder dass kommt bei mir alles in der gleichen Denkfigur zusammen.
00:34:18: Es hat was mit einer Beziehungsfähigkeit zu tun.
00:34:21: Also ich habe das Gefühl, dass wir nicht als Mensch neben Natur und Ressourcen usw.
00:34:26: stehen und der Tierwelt und Fauna und Biodiversität unsagen, der Mensch muss es beschützen sondern du hast eine andere Art und Weise damit umzugehen wenn du Teil davon bist.
00:34:35: Ich glaube wir haben eine andere art und Weise mit Eigentum mit Geld umzugehnen wenn wir Teil davon sind.
00:34:40: Ich glaube, dass eben Arbeit nicht am meisten besteuert sein muss im Vergleich zu Kapitalvermögen und so.
00:34:45: Wenn du weißt, da ist die Beziehung nicht – bei Arbeit irgendwie ist das identitätsstiftend!
00:34:50: Also ich habe das Gefühl, dass wir auf allen Ebenen uns dieses Ökosystems gewahr werden müssen.
00:34:54: Und das hat etwas mit einer mentalen Benkfigur zu tun Also damit zu tun wie wir auf Eigentum blicken, wie der Mensch zu seinen Nachbarn ist.
00:35:03: Wie wir mit der Erde umgehen.
00:35:04: das ist finde ich in der politischen Debatte sind es so irgendwie getrennte isolierte Phänomene wo wir jetzt mal so besprechen was da jetzt gut und richtig Und ich habe das Gefühl, wenn wir dann weiter darauf eingehen würden, dass wir Teil davon sind.
00:35:18: Dann entwickelt sich eine Rückkoppelung die sehr viel selbstverständlicher ist?
00:35:21: Das ist ja letztendlich auch ein theoretische Beschreibungen-Ökosystem Ansatz sozusagen der darauf raus will, dass die Dinge eben alle miteinander zusammenhängen und Politik ist aber total so ausge... staltet, dass es sozusagen die Fachpolitikerinnen in den verschiedenen Bereichen gibt und die Ministerien in den verschiebenen Bereichen.
00:35:46: Und der eine macht eben Arbeit und der andere macht Verkehr und dann noch einer den Naturschutz sozusagen.
00:35:53: Ja?
00:35:53: Und zusammen denken tun wir das jetzt nicht unbedingt.
00:35:56: Das ist ein Problem.
00:35:57: Es ist natürlich nochmal ein anderes Problem auf einer Verantwortungsebene wo du diese Fördertöpfe hast.
00:36:02: Ich habe ja zum Beispiel eben in England dieses Einsamkeitsprojekt gemacht bin nach Deutschland zurückgekommen weil möglichen Bundesländer und habe dann besprochen, wie kann man denn jetzt hier Einsamkeitsprojekte machen?
00:36:11: Da hat dann irgendwie Soziales gesagt.
00:36:13: Ach, geh mal zur Gesundheit!
00:36:14: Gesundheit hat gesagt.
00:36:15: Geh mal zur Digitalisierung.
00:36:16: Jeder hat mich rumgeschoben.
00:36:18: Und dann irgendwie war meine einzige Lösung zu sagen naja da muss ich an die Höchste stellen und sagen wir brauchen einen eigenen Topf für Einsamkeit.
00:36:24: so aber eigentlich geht es darum dass alle das als eine Gedankensphäre drüber verstehen was wir in England zum Beispiel gemacht haben zum Thema Einsamkeiten ist.
00:36:32: Man hatte dann so ein Einsamkeitsindex, der bei jedem großen Politikprojekt gesagt hat bringt das die Menschen eher zusammen oder auseinander.
00:36:39: Also beim Ehegattensplitting sorgt es eher dafür dass sie zusammen bleiben oder wie auch immer.
00:36:43: So bei Gebäude irgendwie Reformen sorgt ist dafür, dass Leute eher alleine wohnen wollen oder hat man geteilte Entlastungen dadurch, dass die zusammenwohnen.
00:36:51: Und dieser Einsamkelsindex war dann da durch übergreifend überall auf einer Bewusstseinsphäre.
00:36:57: Da ging's nicht darum, dass es diesen einen Topf oder diesen einen Fachpolitiker gab sondern es gab mir ein Index mit dem jeder gezwungen wurde, das mit zu berücksichtigen.
00:37:04: Und das finde ich natürlich auch auf so einer KI-Ebene, auf einer Naturebene fände ich das interessant.
00:37:09: Aber das ist wirklich etwas wo ich das Gefühl habe dass beißt sich halt total mit den Einstellungen also gerade finde konservativen Einstellungen, die er halt daran festhalten wollen.
00:37:24: Dass bestimmte Dinge so weitergehen müssen in den Spuren wie sie laufen und dass solche Gedanken nicht wirklich zielführend sind das man jetzt alles miteinander verbindet oder Querschnittsthemen aufmacht usw.. Und da kommen wir wieder an den Punkt, dass die Realität einfach doch deutlich komplexer geworden ist und Politik vielleicht in den Spuren, in denen sie bisher unterwegs ist dieser Realität nicht gerecht werden kann.
00:37:50: Was kann man also tun?
00:37:52: Weil ich glaube tatsächlich das ist jetzt ein Thema, das alle Politiker ihnen gerade betrifft, dass politisch handelnde führende Personen das erkennen, dass sie die Art und Weise wie sie politische Lösungen... herbeiarbeiten, verändern müssen.
00:38:11: Naja, ich mein wie viel mehr braucht man um das politikern zu spiegeln als eine afd die bei fünfzig prozent irgendwie fast liegt?
00:38:17: also Ich habe das gefühl.
00:38:19: Also wir können immer drüber reden dass sie sollten jetzt mal aufwachen.
00:38:21: naja Sie tun es nicht aber sie müssten.
00:38:23: Aber die Mahrungskräfte
00:38:24: von so einem Apparat sind auch extrem stark.
00:38:26: ja jeder hat seinen Seinen posten und dann sind auch viele drops da die ihre existenz berechtigung in bestimmten.
00:38:34: was
00:38:34: ich halt glaube ist halt dass wir Man muss sich ein stückweit aus diesen fahrtabhängigkeiten befreien.
00:38:40: Das klingt immer akademisch, wenn ich drüber spreche.
00:38:43: Aber man braucht eigene Kulturziele, die von unabhängig sind.
00:38:47: Also eine Konferenz nicht zu machen von wie ist das jetzt mit Work, Lifestyle und wie auch immer?
00:38:53: oder wie ist die Rentenreform?
00:38:54: Sondern eine Konferenz zum Thema.
00:38:58: Ich möchte, dass die junge Union und die jungen Liberalen und junge Linke jetzt mal zusammen erarbeiten.
00:39:03: Wie kann ein Rentenmodell finanziert sein?
00:39:05: Nur finanzierend sein!
00:39:06: Sogar dann reden wir nicht darüber das die Junge Union sagt aber es kann man nicht finanzieren und die Linken sagen aber das ist ein sozialer Markt.
00:39:11: Also konkrete
00:39:12: Zielfragen zuvor?
00:39:13: Entweder ganz konkrete wo alle an dem Tisch sitzen oder eben auch ganz weite, dass man sagt naja was brauchen wir?
00:39:18: wie sieht ein moderner Gesundheitsbegriff aus?
00:39:21: Zu einem modernen Gesundheitsbegriff dann kommt Bewegung und Essen natürlich dazu.
00:39:25: da ist sofort wieder Agrar und alle mit am Tisch sitzen, dann hast du auf einmal die Psychotherapie da mit am Tisch sitzen.
00:39:32: Dann würde ich aber auch sagen, dann brauchst du einen Soziologen der sagt, du brauchst aber auch nicht Therapie als Narkotikum und als irgendwie Abgrenzungsmaschinerie wo du dich nur um dich selbst umkreist.
00:39:41: Sondern du brauchtest auch irgendwie Selbstwirksamkeit in Gemeinschaft mit Nachbarn, in Familie eine Revitalisierung von Familienstruktur, irgendwie eine eigene Digitaleinheit die beschäftigt was es sind eigentlich die digitalen gesundheitlichen Konsequenzen die schon nachgewiesen sind in den ersten Langzeitstudien usw.. Da kann kein AfD da mithreden weil er überhaupt nicht diesem Agenda-Setting gar nicht mit dabei.
00:40:04: Und ich habe das Gefühl und deswegen komme ich wieder auf dieses Wort von Getrieben, wir müssen irgendwie ökosystemisch überlegen was ist der Mensch?
00:40:11: Was ist die Gesellschaft?
00:40:12: Und was sind unsere fünf Ziele, die wir für Lebenswerte achten?
00:40:15: Und dann uns um diese fünf Zielen wehren.
00:40:18: Interdisziplinär...
00:40:19: Interdiszipinär...
00:40:21: ...unterschiedliche... ...Kohlallianzen... Fachexpertiesen zusammen.
00:40:24: Und natürlich mit einer Feier von Streit auch!
00:40:27: Ich glaube dass das natürlich ein Großproblem ist.
00:40:30: Das ist auch eine große Aufgabe, jetzt das zu gewährleisten in einer Zeit, in der überhaupt erstmal die Aufgabe ist, unterschiedliche Akteure, Bubbles, Parteipolitiker in den Diskurs zu bringen.
00:40:41: Ihnen dann noch zu sagen und die nächste Aufgabe ist eigentlich viel größer!
00:40:44: Ich meine es baut ja alles auf ne Kultur auf.
00:40:47: Wenn die durch Börschstiftung, die Adenauer Stiftung alle Stiftungen irgendwie weiß ich nicht.
00:40:51: Fünfhundert kleine Podiumsdiskussionen oder Streitgespräche haben und man hat sie immer auf der gleichen Ebene ein Fachpolitiker und Einfachthema.
00:40:59: Dann kann man sagen ist eine Riesenaufgabe.
00:41:00: aber das sind im Grunde zweitausendfünfhundet verschwendete Veranstaltungen.
00:41:03: so ein bisschen überspitzt gesagt also Man könnte einfach mal Nicht mit Fachpolitikern damit Fachpolitikern über was fach fremdes Oder Die Menschenbilder von Peter Thiel Und Weiß Ich Nicht Brodo Ramelow die Sonder Also nicht dass in Peter Thiele als Antidemur gerade am Tisch sitzen haben möchte.
00:41:17: Aber einfach mal quasi in den kleinsten Laboratorien, die wir haben genau diesen Gedanken von Interdisziplinarität und einem offenen Kulturziel und einen neuen Menschenbild vielleicht irgendwie mal so an den Tisch bringen.
00:41:30: Und ich meine da sind wir halt auf einer Ebene wo wir reproduzieren.
00:41:34: was wird dann am Ende beklagen?
00:41:36: Wir versuchen das zumindest gemeinsam hier am Tisch und haben jetzt schon zwei drei vier Stichworte durch.
00:41:42: also ziehen wir noch zwei.
00:41:43: eins hole ich mal heraus.
00:41:47: Das ist das Thema Weltraum hast du hier mitgebracht und das finde ich jetzt ganz großartig, weil damit sind wir natürlich gleich im universellen und universal Raum angekommen.
00:41:57: Jetzt geht es um die ganz großen Fragen der Menschheit.
00:41:59: Also
00:42:00: was mich beschäftigt hat ist dass wir... also das ist eigentlich auch eine der großen Fragen nämlich gerade beschäftigt.
00:42:07: Was haben wir für ein Fortschrittsbegriff?
00:42:10: Und ich habe das Gefühl, dass wenn Elon Musk und Donald Trump sagen wir gehen jetzt auf den Mars.
00:42:16: Das goldene Zeitalter der Weltraum gehört uns.
00:42:19: Das ist für uns Fortschritt.
00:42:21: Dann gibt es dafür eine Berechtigung dann hat das einen legitim Raum von Innovationsfreude, von Wissenschaft, von irgendwie auch was unermessliches Kinder die als Astronautin verkleidet sind und so.
00:42:32: also es ist natürlich irgendwie Wahnsinn und ich will es überhaupt nicht irgendwie so als Fantasterei wegsprechen.
00:42:37: Aber dann habe ich das Gefühl, wenn Friedrich mir jetzt am nächsten Tag sagt und wir schicken einen Deutschen auf den Mond.
00:42:42: Dann ist es gehorsam erstens?
00:42:44: Dann ist das nicht so verreden?
00:42:46: So eben!
00:42:47: Da ist es auf eine gewisse Art und Weise ein Gehorsamm und nen Nacheifern an einem amerikanischen Fortschrittsbegriff, den ich so nicht teile... Sondern natürlich kann man sagen, es war noch nie jemand auf dem Mars.
00:42:58: Das wäre mega innovativ.
00:42:59: und dann würde ich sagen ja wir haben auch noch nie geschafft den Welthunger aufzuhalten wie wär's denn damit?
00:43:04: Also das ist irgendwie eine Projektionsfläche ne Kompensation die dort liegt wo ich glaube sie nichts verloren hat.
00:43:10: Ja Und ich finde dass deswegen ist Weltraum für mich nur fast irgendwie so ein Anfangsbegriff gewesen.
00:43:17: Wir haben ja die letzten, du weißt es besser als ich, die letzten zehn, zwanzig, dreißig Jahre Wachstumsmärkte in Grün-Technologien und so überall mal gehabt.
00:43:24: Wir haben's nicht geschafft irgendwie hoch zu skalieren wie die Chinesen und so aber wir waren ja mal führend in Grüne Technologien.
00:43:29: Wir hatten das ja mal alles da!
00:43:31: Es gäbe
00:43:31: naheliegende Ziele die trotzdem sehr ambitioniert sind die man jetzt angehen könnte.
00:43:36: Ich will noch mal kurz eine interessante Story dazu sagen, weil genau so ne Auseinandersetzung habe ich auch zu Hause.
00:43:42: Zwei Kinder die mir sagen seitdem sie wissen dass wir in vierenhalb Milliarden Jahren mit der Andromeda-Galaxie zusammenstoßen das es doch total wichtig ist, dass wir jetzt irgendwie halt auf den Mars fiegen und dann weiter damit wir hier irgendwie wegkommen bevor das passiert.
00:43:55: ja Aber es ist natürlich ein bisschen absurd, weil das ist vierenhalb Milliarden Jahre.
00:43:59: Also der Mensch, ich dachte immer, es gibt uns maximal hunderttausend Jahre nach dem Motto...
00:44:04: Ich hab gestern gelesen dass es in Europa schon so viele Hitze Tote gibt wie in Amerika von Waffengewalt
00:44:10: und das ist heute.
00:44:11: Heute
00:44:11: springen die ganzen Autobahnplätzen halt auf durch die Hitze.
00:44:14: also wir haben irgendwie ganz andere naheliegende Probleme auch nicht bisher.
00:44:17: Ja
00:44:18: aber es ist absolut wie da plötzlich dann so einen Kick durchgeht.
00:44:24: Und ich sage
00:44:26: dir, was mich daran interessiert ist dieses... geschauspielte Selbstbewusstsein.
00:44:31: Da stehen dann, und ich mach das jetzt nicht nur an einer Parteifarbe fest aber auch in Friedrich-Mehr als auch im Lastkling bei.
00:44:37: die stehen da und sagen wir lassen uns von denen nichts bieten.
00:44:40: Wir sind selbstständig, wir sind souverän Und wir schaffen das mit dem Weltraum auch.
00:44:45: Ich denke aber dann volkst du doch eine Steigerungsmaxime einem Fortschrittsbegriff all dem was sie uns vorgeben.
00:44:51: Das ist doch nicht wie wir leben wollen!
00:44:53: Wir wollen vielleicht Fortsschritt bemessen an zuckerfreiem Essen.
00:44:58: unsere Wachstumsmärkte sind.
00:45:00: Und das finde ich auch noch mal interessant, es geht nicht darum nur parallele Ziele aufzumachen sondern wir hatten schon einmal Stärken und Vorsprung woanders!
00:45:08: Was wir gerade machen ist eigentlich ein Rückschritt weil wir unsre Vorsprünge ja abgeben.
00:45:12: also wir machen nicht mehr grüne Technologien weil wir sagen ah Mist die machen wieder Öl da müssen wir jetzt auch wieder machen so wie waren mal und sind's eigentlich.
00:45:19: eine soziale Liberale hab ich habe einen großen Respekt vor Wolfram Weimar.
00:45:23: als er irgendwie geantwortet hat dass dein Harvard und so bestimmte irgendwie wir Studenten da irgendwie die Visa entzogen bekommen haben, das irgendwie Weimar gesagt hat naja dann macht Harvard eben in Deutschland Campus auf und die kommen hierher.
00:45:35: So also wir haben ja eigentlich Stärken, wir haben eine Attraktivität Wir haben eigene auch europäische irgendwie Leistungsideale und neue Wachstumsmärkte.
00:45:44: Und die aufzugeben auf einer Art und Weise den Amerikanern jetzt hinterher zu laufen Das halte ich nicht für Souverän und dass ist dieser Irrtum.
00:45:51: Die halten es für Gebaren Für selbstbewusste Souverinitätsgebaren für ein kleinliches, peinliches irgendwie eine Fortschritts-Gläubigkeit die nach Gehorsam funktioniert.
00:46:04: Es ist schon ein gewisses Nachlaufen.
00:46:06: das ist ja wie bei der KI-Debatte so.
00:46:08: wir müssen jetzt einfach genau das machen was die da gerade machen was ja an sich dann häufig auch schon deswegen blödsinn ist weil die sind ja schon auf dem Platz eben.
00:46:18: Also wo sollen wir da noch Platz finden, so Natemotto?
00:46:22: Gleichzeitig gäbe es ja und das finde ich aber gut dass du das auch sagst weil es geht ja nicht darum Fortschritt und Technologie zu verteufeln.
00:46:29: Gäbe ist eine ganze Reihe von Betätigungsfeldern in auch Innovationsbereichen wo sich lohnt reinzugehen und wo wirklich Zukunft zu schaffen ist.
00:46:39: um nach den Sternen zu greifen finde ich einen sehr wichtigen Punkt.
00:46:45: Kann ja möglicherweise auch irgendwo was mit dem Weltraum zu tun haben, wenn es darum geht sozusagen neue Technologien auszuprobieren.
00:46:52: in der Schwerelosigkeit war das ja auch immer wieder ein Thema.
00:46:55: Das heißt also den Blick auf eigene Innovation
00:47:00: und... Wir reden so viel über die Amerikaner, Russler und China.
00:47:04: Lassen Sie mal sprechen, wo sind unsere Gemeinsamkeiten?
00:47:07: Unsere Allianzideen, unsere Wachstums mit Vietnam und Indien und Brasilien oder Kanada.
00:47:14: Und da gibt es einfach was Eigenes!
00:47:15: Ich meine wir haben jetzt gerade in einer Weltmeisterschaft in Amerika, die wir alle ein bisschen balkotieren wollten.
00:47:20: aber irgendwie ist das jetzt gerade wieder schön zu sehen wie die ganzen Europäer und auch andere anderen Nationen mit ihren Kulturen da feiern und miteinander sind.
00:47:30: Da merkt man halt... wie begeistert die Amerikaner sind von diesem irgendwie norwegischen Rudern am Times Square und dem Springen der Niederländer jetzt in Kansas City.
00:47:40: Also da ist ja einfach ein großer Kulturreichtum in Europa, eine große Bildungslandschaft, eine gewisse Wissenschaft und daraus zu schöpfen.
00:47:49: Das geht ganz unabhängig von den Leistungsbegriffen und den Fortschrittsideal an der anderen.
00:47:54: Du sprichst von Europa?
00:47:55: Wenn wir jetzt mal vom Weltraum zu... nach den Sternen greifen und den Stern von Europa gehen.
00:48:02: Das erfordert ja, dass wir als Europäer in unsere Stärken gemeinsam erkennen, denn wir sind einfach zu klein als Nationalstaaten.
00:48:10: es wird nicht funktionieren damit sozusagen die eigene Agenda noch zu setzen oder im Weltmarkt oder weltweiten Technologiewettbewerb zu punkten.
00:48:19: das sehen wir jetzt ja.
00:48:24: Wir erleben aber gleichzeitig so theoretisch wie seit lange nicht mehr klingt wenn wir über europa reden weil es gar nicht wirklich diese das europäische projekt gibt.
00:48:36: dabei ist die cdu mit allenauer eigentlich sozusagen auf dieses europäischer thema aufgesetzt worden.
00:48:44: ja und das war immer ein thema und jetzt ist aber so klein also auch Friedrich Merz.
00:48:50: Ich erlebe den nicht als jemand, der sagt kommt ich habe jetzt hier eine Idee wie wir Europa weiterentwickeln sondern eher so guck mal Trump hier wir Deutschen sind noch gute Partner und ja die anderen Europäer die Schweine sind ein bisschen crazy so.
00:49:01: und also ist jetzt bisschen salopp gesagt ja aber das hat doch nichts mit europa zu tun.
00:49:05: wie kommen wir da wieder her?
00:49:06: Also Angela Merkel hat es ja auch gesagt dass das ein Fehler von Friedrich merz war um den Spanier im Prinzip irgendwie springen zu lassen uns sich davon auszunehmen.
00:49:16: Das ist das, was Donald Trump natürlich in die Karten spielt.
00:49:18: Zu sehen wie sich die Europäer irgendwie ein bisschen zerteilen, wie die europäer versuchen irgendwie dienlich zu sein... Kannst du nicht machen?
00:49:25: Ich glaube, wir haben natürlich mit der Migrationskrise einmal wirklich oder auch mit der Währungskrise früher schon gespiegelt gekriegt.
00:49:30: Das Europa eben auch.
00:49:32: die haben nicht die gleichen Mentalitäten.
00:49:34: Die haben nicht das gleiche historischen Wurzel und ich habe damals meine Bachelorarbeit geschrieben über die Europäisierung der Wohlfahrtspolitik in Europa.
00:49:40: Wo klar ist, die Polen haben einen anderen Begriff als die Skandinavia.
00:49:43: Die Skandinavier wollen anders damit arbeiten als die Italiener, der Deutsche und der Franzose auch.
00:49:48: Du kannst nicht eine Rentnerreform für alle machen ein Arbeitslosengeld für alle.
00:49:52: es gibt Unterschiede Und es gibt Länder, denen fällt es leichter Migranten aufzunehmen als anderen.
00:49:58: Weil dieser Sebastian Kurz vorschlagt ist das müssen wir anders kompensieren.
00:50:01: Ich bin grundsätzlich jemand, der glaubt Europa funktioniert nur über tausend Geschwindigkeiten.
00:50:06: Also da wo wir alle Erasmuschen... Da
00:50:08: bin ich auch dabei, da bin ich sofort dabei und ich glaube man muss einfach mal anfangen.
00:50:12: das ist der eine Punkt und der andere ist trotzdem haben sich die Lebensbedingungen schon deutlich angeglichen.
00:50:17: ja und man muss vielleicht irgendwann nochmal wieder zu dem Punkt kommen zu sagen hey wir haben jetzt einen relativ gemeinsamen Niveau erreicht wo es dann auch okay ist mal denke gemeinsam zu machen oder?
00:50:26: Und ich glaube wir haben durch die Ukraine Krise und durch Donald Trump natürlich auch fast Chancenmomente, bei denen sich die Europäer mal gewahr werden können.
00:50:35: Dass es nicht nur eine Selbstverständlichkeit in guten Zeiten ist sondern worum's eigentlich geht und wofür wir einander brauchen.
00:50:40: Und ich glaube jetzt gerade in der WM kann man das irgendwie so schön finde ich sehen wie ähnlich die europäer sich sind irgendwie sind.
00:50:47: Die Amerikaner fast schockiert sind weil sie diese Kultur eigentlich gar nicht kennen so richtig.
00:50:51: Die sagen ja immer im Sommer wir fahren nach Europa und sagen das Land nicht.
00:50:53: Weil für dieses Jahr irgendwie alles ein bisschen gleich.
00:50:55: überspitzt gesagt Wir haben innerhalb von Europa wahnsinnig viele Ähnlichkeiten.
00:51:00: Ich habe das am meisten erlebt, ich war mal ein paar Monate mit einer Gruppe aus jedem Land in Amerika und dann sitzt du bei Donald Trumps Think Tank da und der sagt den Klimawandel gibt es nicht?
00:51:12: Und ich gucke den Assistenten von Theresa May an und der guckt den Bürgermeister aus Rekiaweg an.
00:51:17: Ich gucke irgendwie sogar Berlusconis Praktikanten an, und wir denken alle sind die hier verrückt?
00:51:21: Ja!
00:51:21: So...und das ist irgendwie interessant weil irgendwie die Möglichkeiten gibt es und ich glaube über in Europa der von mir aus tausend Geschwindigkeiten wo man dort zusammenkommt wo's eben geht und gibt es ein finnisches Projekt dass zufällig auch mit einem Schweizer-Projekt gut zusammenarbeiten kann dann sollen sie so und ich glaub diese Ebene braucht es und nochmal ganz wichtig es braucht eine kulturelle soziale mentale Infrastruktur dafür, also nur zu sagen unsere großen Repräsentanten treffen sich in Brüssel ist halt so wenig.
00:51:49: Also das Projekt der europäischen gemeinsamen Infrastrukturen als das Weltraumprojekt der Europäer sozusagen.
00:51:58: Wir schauen in das letzte Stichwort rein Und das ist der Stichwort, dass dich jetzt den ganzen Gespräch begleitet hat und wo du auch schon viel zu gesagt hast.
00:52:06: Nämlich Einsamkeit!
00:52:07: Ich finde es gut damit mal aufzuhören, weil ich finde so wie du es beschreibst absolut wert ist, dass wir darüber viel intensiver sprechen als Gegebenheit, als Realität für Politik.
00:52:21: Denn ich erlebe es wirklich auch, dass unglaublich viele Menschen vereinsamen zunehmend Und dass das dazu führt, dass man nicht mehr die Hoffnung oder diese Imaginierungsfähigkeit, die Vorstellungskraft hat.
00:52:36: Dass Politik überhaupt noch was ändern kann, dass Gesellschaft etwas ändern kann?
00:52:40: Es gibt
00:52:40: in der Forschung diesen Zusammenhang natürlich zwischen Einsamkeit und auch Populismus- und Radikalisierung.
00:52:47: Der ist ganz offensichtlich natürlich jemand, der isoliert ist, der wahrscheinlich in irgendwelchen algorithmischen Echo-Kammern irgendwas mit was konfrontiert is'.
00:52:55: Der hat weniger soziale Filter, mit denen er es irgendwie gegen steuern kann.
00:52:59: Also wer in Corona quasi gezwungen wurde nicht mehr irgendwie rauszugehen und nicht mehr auf der Arbeitsstätte zu sein, der hat irgendwo was aufgeschnappt und hat das dann irgendwie geglaubt weil er konnte es mit keinem so richtig wild besprechen.
00:53:10: Während wenn du halt in deiner normalen Umgebung bist, dann sagst Du halt irgendwie Deiner Schwester.
00:53:14: Auch das habe ich gerade gelesen.
00:53:15: Dann sagst du es deinem Lehrer, dann sass du es Dein Bro im Gym und dann sagste es Deim Arbeitskollegen Und jeder sagt wo hast Du's eigentlich her?
00:53:21: Ich sehe das ganz anders!
00:53:22: Du hast halt soziale Filter und die sorgen natürlich für eine Integrationsfähigkeit in allen Gemeinwesen Die auch in einer zunehmend digitalisierten Welt immer weiter wegbrechen weil wir halt diese soziale Dilemma haben dass die Plattform sich als sozial verkaufen.
00:53:35: aber eigentlich Unsichtbare, irgendwie versteckte, asoziale Echo kann man irgendwie stützen.
00:53:41: Wir haben noch nie so viel Zeit zu Hause verbracht wie heute.
00:53:49: Die Leute kaufen sich Wellness-Geräte, statt irgendwie zum Wellness zu gehen.
00:53:53: Es gibt eine Rückkoppelung ins Private.
00:53:55: Ich hab das mit Volt und Flink und die sind zuhause bestellen.
00:54:00: Das ist ne Abschottungsdynamik, die sich kulturell natürlich zeigt.
00:54:04: Das zeigt sich darin, dass ich dann die Ambiguitätstoleranz nicht mehr richtig habe andere Meinungen auszuhalten... Ist auch
00:54:09: schwierig mit anderen Menschen!
00:54:11: in der Känze kalt schalten, wo ich dann Menschen auch auf eine gewisse Art und Weise annulieren.
00:54:15: Wie anders oder kompliziert?
00:54:18: Also das sind ja diese mentalen Phänomene die auf das aufsatteln.
00:54:21: Und ich habe das Gefühl deswegen ist mir das Wort Einsamkeit eigentlich so wichtig weil die Leute es missverstehen.
00:54:26: da geht's nicht um nur eine Vereinzelung von Menschen sondern da geht es um eine soziale, kulturelle, mentale Ebene wo wir nicht mehr das Gefühl haben, wir können gemeinsam etwas definieren.
00:54:37: Wir haben nichtmals eine gemeinsame Wirklichkeit!
00:54:39: Wir haben das bei den Impfgegnern oder beim Klimawandel ist eine andere Wissenschaft.
00:54:42: Das sind andere Medien.
00:54:43: Es sind nicht mehr die gleichen sozialen Plattformen.
00:54:46: Die einen sind auf Donald Trumps Plattform, die anderen sind weiß ich nicht by Threats.
00:54:50: Der eine guckt Julian Reichelt bei YouTube, der andere liest nur das was seinen Lesekreis im Vorschläge.
00:54:57: Wir treffen uns nicht mehr in den gleichen Markt heilen irgendwie... Man sieht es, dass in der Uni auch nicht mehr richtig diskutiert wird.
00:55:03: Auch von beiden Seiten teilweise.
00:55:05: Also es wird schwieriger irgendwie dieses Gemeinsame zu finden und ich finde das vor allem interessant wenn man eben Einsamkeit nicht nur mit irgendwie Gesundheit und Sozialem kombiniert sondern mit einer Demokratie Theorie eigentlich schon von Hannah Arendt also dem Verlust von Weltbezug jetzt mit Hartmut Rosa Wenn soziale Resonanz nicht mehr da ist eine Unbehaushalt die quasi eine Kompensation dafür offen macht dass du sagst, aber ich suche doch Sinn und bin ein soziales Säugetier.
00:55:31: Und ich will dazugehören.
00:55:32: also Einsamkeit macht ja so kranke wie fünfzehn Zigaretten am Tag ist Volkskrankheit Nummer eins sorgt nicht nur für psychische Belastung sondern auch für physische und da rauf irgendwie.
00:55:42: es ist ja nur ein Nachweis dafür das der Mensch ein sozialer Säuge Tier ist.
00:55:46: und wenn seine sozialen Resonanzräume und Prozesse kaputt gemacht werden Auch durch Digitalisierung auch durch irgendwie Marktplätze wegsperren auch durch mach das mal alleine Ich esse jetzt bei deinem Geburtstagskuchen nicht mit, weil ich achte auf meine Kalorien.
00:56:01: Also es hat so ganz unterschiedliche Phänomene!
00:56:03: Dann sorgt das dafür dass dieses soziale Säugetier verkümmert was man auf einer Gesundheitsebene nachlesen kann und was gleichzeitig dafür sorgt, dass das Kompensationsbedürfnis ja noch da ist.
00:56:14: Und wir haben dieses Beispiel der Leute irgendwie die in den achtziger Jahren als Neonazis die CD-Roms auf dem Schulhof verteilt haben Weil sie gesagt dann ach ihr gehört nirgendwo hin.
00:56:23: Bei uns in einer Garage kann man noch Musik hören.
00:56:25: kommt doch mal her.
00:56:26: Wir haben das mit diesen ganzen Rechtsradikalen, die vor allem im Osten Deutschland jetzt die Sommerfeste ausrichten und sagen auf euch guckt keiner.
00:56:32: Aber die Bratwürste gibt's bei mir!
00:56:34: Du hast das, wenn du mit Donald Trump irgendwie wählern redest.
00:56:36: Dann fragen sie, welches Gefühl verbinden Sie mit Donald-Trump?
00:56:39: Und wir denken alles muss ja Hass und Abschottung sein... Und
00:56:42: die sagen es ist eine Zugehörigkeit!
00:56:43: Der hört uns zu, der lädt uns ein
00:56:45: absolutes.
00:56:46: Das darf man nicht unterschätzen.
00:56:47: Aber ich finde's interessant wo du gerade über die USA sprichst und wir hatten hier auf der Konferenz eher sozusagen hier stattfindet um unser Gespräch herum auch den Bürgermeister Jacob Fry von Minneapolis, der dort erzählt hat über die Kraft Communities und ist auch klar, wie sie sich da organisiert haben mit Blick auf diese Vorgehensweise der Einwanderungsbehörde.
00:57:10: Der aber auch positiv formuliert hat und da finde ich es interessant was in den USA auch drin steckt über das Wort Neighboring verwendet ja also dieses die Menschen, die um uns herum leben wahrzunehmen wieder in der Nachbarschaft und anzuerkennen.
00:57:26: Das sind einfach die Menschen die irgendwie zu mir gehören.
00:57:29: ja weil ich lebe mit denen zusammen.
00:57:30: Die machen hier irgendwelche Sachen usw.
00:57:33: Und da habe ich manchmal das Gefühl da sind wir in Deutschland schon echt weit von entfernt.
00:57:36: so wer kennt denn die Leute um den eigenen um das eigene Haus herum sozusagen?
00:57:41: Weil sich alle zurückziehen.
00:57:43: schaffen wird es da vielleicht zu lernen von den Amerikanern?
00:57:47: Naja, also ich finde dann ist das ein sehr kleines gutes Beispiel.
00:57:52: Grundsätzlich finde ich wir müssen uns auf einer wirklich sozialwissenschaftlichen Ebene mit Modernisierung beschäftigen und was das heißt Wenn wir alle in die Anonymität gehen wenn wir alle ins digitale Flüchten wenn wir sagen derjenige der etwas für Gesellschaft leistet ist nur der der Work-Work Balance hat Dann ist mir das zu wenig.
00:58:08: Ich möchte dass Kehrarbeit damit reinzählt.
00:58:10: Ich möchte und da können Grüne mit den FDP-Landen genauso gut zusammenarbeiten, sagen es braucht auch eine Entbürokratisierung.
00:58:18: Dass ich hier beim Spielplatz sauber machen darf ohne dass das Ordnungsamt mich anzeigt warum ich mich daran
00:58:24: hindere mein Engagement auslöse.
00:58:26: Also es braucht Freiräume dafür!
00:58:27: Und ich glaube, dass die auch durch Automatisierungen, auch durch Rationalisierung zunehmend verschwinden... ...und ich glaube wenn wir die Freirräume haben, wenn wir dann Selbstwirksamkeitsmöglichkeiten haben, Wenn wir dann das Gefühl haben, auch kulturell besprochen gesundheitspolitisch dass du, wir haben das soziale Rezept ja in England quasi irgendwie mit beschlossen.
00:58:47: Also wenn du merkst, irgendwie hast auch eine depressive Verstimmung und es hat Mark irgendwas damit zu tun haben, dass du vielleicht nicht eingebunden genug bist dann erstattet dir der Staat deinen Mitgliedsbeitrag beim Kaninchenzüchterverein weil ist es gesund für dich und produktiv unsere Gesellschaft wenn du zum Kaninchenzüchter vereingehst so ich glaube auch von mir aus eine alkoholfreie Eckkneipe subventionieren müssen.
00:59:08: Also die Begegnungsräume braucht es und das kann nicht sein, dass wir dann so einen millionenschweren Riesenmarktplatz gebaut haben aber da stehen dann keine Bäume und bei forty-seitig Grad.
00:59:17: irgendwie kann da keiner stehen.
00:59:19: also das muss ja keatsmäßig nachbarschaftlich neu gedacht werden.
00:59:23: ich glaube wir brauchen eine andere Pflegepolitik die den professionellen Rahmen natürlich nicht vernachlässigt wie aber auch modularer ist.
00:59:29: Wir haben in Großbritannien in Zuge dieser Einsamkeitsprojekt dieses Briefträger Projekt gemacht dass irgendwie Senioren über siebzig sich anmelden können, wenn Sie wollen, dass der Bliefträger auch ab und zu mal was von einer Apotheke mitbringt.
00:59:40: Und so das es verschaltet mit einer digitalen Ehrenamtplattform.
00:59:43: Da hilft halt jeder jeden!
00:59:45: Nachbarschaftsgenossenschaften, die sich diese drei Miles free to go irgendwie Autos oder sowas teilen weil sie dann gemeinsame Verantwortung haben.
00:59:53: Also Hannah Arendt hat das ja gut erarbeitet schon nach der Kriegszeit dass das was eigentlich zu Totalitarismus führt eine Unbehauszeit ist, der Verlust von gemeinsamer Wirklichkeit ist und worauf es ankehme und das ist eigentlich ein schöner Sturzbegriff den Sie definiert als Freundschaft in finsteren Zeiten.
01:00:13: Und ich finde, Freundschaft ist auch noch mal ein Begriff über den man den ganzen Tag nachdenken könnte.
01:00:18: Weil der ist mehr als nur Allianz!
01:00:20: Der ist mehr, als ich rede nun mit dem Thema, weil Freundschaft schon die Freude am Anderssein und das sind also die kulturellen Grundlagen von Demokratie und Gemeinschaft.
01:00:31: Diana kindert.
01:00:32: Das hat mir sehr große Freude bereitet und zeigt, dass wir ganz viele Baustellen haben an denen wir echt super viel gemeinsam haben was für so ein Streitformat immer unglaublich schwer ist zu verdauen aber vielleicht am Ende auch eine total wichtige Erkenntnis ist.
01:00:49: Vielleicht muss man diesen Fortschrittsbegriffen und diesem Gewinnbegriff adaptieren.
01:00:53: das nicht jeder Streit irgendwie der künstliche es dann noch gewinnt bringt ist
01:00:57: Sehr gut.
01:00:58: Und so werden wir es auch weiterführen, hier bei Pick Your Battles bis zum nächsten Mal.
01:01:03: Bleiben Sie dabei!
01:01:03: Bleibt dabei und abonniert vielleicht oder liked die verschiedenen Folgen damit's möglichst viele erreicht.
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